Liebeslehre 1
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Ein Sommer in den Schären: Reloaded




Mein Freund und ich leben seit Jahren in einer – fast – monogamen Partnerschaft zusammen, allerdings in getrennten Wohnungen. Da alles sich mit der Zeit abnutzt, hatten wir entschieden, gemeinsam Urlaub zu machen. Wir erhofften uns dadurch einen neuen Kick für unsere Beziehung. Über das Reiseziel waren wir uns schnell einig: Am Meer sollte es sein, nicht zu heiß. Und wir wollten allein sein, zwei Eremiten, aber keine Zölibatäre! Im Gegenteil, die Lust am anderen wollten wir kräftig wiederbeleben.
Anderthalb Tage vor unserer Abreise überraschte mich mein Freund mit folgender Mail:

Mein Lieber, ich brauche Zeit für mich allein. Ich muss mit mir ins Reine kommen, vor allem, wie es mit uns Beiden weitergehen soll. Du musst alleine fahren.
Gruß Klaus

Ich schrieb zurück:

Ist da ein anderer? Lass mich nicht im Ungewissen.
Dein Torsten

Postwendend kam seine Antwort:

Ich will nicht darum herum reden. Ich habe jemanden kennengelernt. Bin ganz verrückt nach ihm. Gib mir Zeit. K.

Eine innere Stimme sagte mir:
„Fahr trotzdem.”
Und so saß ich jetzt in einem wunderschön eingerichteten, gemütlichen und einsam gelegenen Häuschen in den Schären vor Stockholm. Allein! Mir war zum Heulen zumute! Ich trat ans Fenster und blickte übers Wasser, hin zu den nächsten kleinen Inseln, die nicht sehr weit entfernt waren. Ein wunderschönes Panorama, zu viel für einen allein, vor allem für einen wie mich, der sich immer nach Zweisamkeit sehnt. Besonders schlimm war für mich, dass ich meinem Freund hier vor Ort eigentlich hatte erzählen wollen, warum es mich so sehr in den Stockholmer Schärengarten zog, nach so langer Zeit, fast 30 Jahre später! Das konnte ich jetzt nicht mehr. Ich muss die Geschichte aber dennoch loswerden.

Ich war damals Mitte zwanzig. Mein Studium neigte sich dem Ende zu. Vor mir lag nur noch meine Abschlussarbeit, die ich über August Strindberg schreiben wollte. Ich hatte in einem Oberseminar zur skandinavischen Literatur der Jahrhundertwende einen Studenten kennen gelernt, der sich für ähnliche Themen interessierte wie ich. Wir hatten uns angefreundet und als er von meinem Examensthema erfuhr, schlug er vor, ich solle doch den Sommer bei ihm beziehungsweise als Gast seiner Eltern verbringen. Wie eigentlich jede Stockholmer Familie besäßen auch seine Eltern eine kleine, einfache Hütte draußen im Stockholms skärgård, die auch im Sommer nur wenig benutzt würde, denn seine ‚Alten‘ seien eher fixiert auf das gesellschaftliche Leben in der Stadt. Er wolle gerne fragen, ob sie einverstanden wären. Für meine Arbeit wäre es sicher gut, denn ich wisse ja, wie sehr Strindberg vom einfachen Leben dort draußen in den Schären geschwärmt habe. Ich war begeistert, vor allem als Lennart mit der Nachricht zu mir kam:
„Meine ‚Alten‘ haben keine Einwände.”

Das kleine Häuschen war sehr spartanisch eingerichtet. Kein elektrisches Licht, kein fließendes Wasser im Haus, kein Kaufmannsladen auf der kleinen Insel, aber ein kleines Boot mit Außenborder, um zur nächsten Kneipe, zum Anleger des Schiffs nach Stockholm oder wohin auch immer zu gelangen. Außerdem hatte Lennart mich mit dem Nötigsten versorgt: Knäckebrot, Trockenmilch, Haferflocken, Blaubeersuppe aus der Tüte, sechs Flaschen lättöl, eine Flasche Aquavit. Und ich hatte Erika mitgebracht, die damals meine ständige Begleiterin war, die Reiseschreibmaschine, auf der ich meine Arbeit tippen wollte.
Mit Lennart war vereinbart, dass er mich am Wochenende besucht. Samstags wollte er kommen und am Sonntag zurück in die Stadt.
Am frühen Samstagvormittag höre ich das Tuckern eines Bootsmotors näher kommen. Er verstummt und bald darauf kommt ein Mann auf die Hütte zu. Es ist nicht Lennart, sondern jemand, der etwas größer und viel stämmiger ist als mein Freund. Als der Mann näher kommt, erkenne ich ihn: Lennarts Vater.
Ich begrüße ihn am Eingang zur Hütte. Er drückt mir kräftig die Hand und schiebt mich ins Hausinnere.
„Wollte mal testen, was für ein Typ Lennarts tysk vän ist. Er hat so viel von dir geschwärmt, von seinem deutschen Freund, wenn nur die Hälfte stimmt, dann bist du zu allem zu gebrauchen.”
Als er das sagte, lachte er laut auf und klopfte mir so heftig auf die Schulter, dass ich in die Knie ging. Er legte seine linke Hand auf mein Haupt, drückte es nach unten, so dass ich nicht wieder aufstehen konnte.
„Fangen wir gleich an, ohne Schweif, oder wie sagt man bei euch?”
Während er das sagte, öffnete er den Gürtel seiner Hose, zog sie nach unten. Sein Schwanz lag offen zu Tage, weil er keine Unterhose anhatte. Das heißt, im Moment hing der Dödel noch.
„Blas mich steif!”, kommandierte er, fasste mich an beiden Ohren und zog mein Gesicht in Richtung Penis, der schon anfing, sich zu regen.
Ehrlich gesagt, mir blieben die Luft und die Sprache weg angesichts einer solch ungestümen Attacke. Aber zugleich spürte ich in mir ein Ziehen und Verlangen, das mich hinderte, mich zur Wehr zu setzen.
Als ich nach der Ankunft des Rohlings das zweite Mal den Mund aufmachte – beim ersten Mal sonderte ich nur ein kurzes ‚Guten Tag‘ ab: „Hejsan!” – dann deshalb, um sein mittlerweile voll ausgefahrenes Rohr in meiner Maulfotze aufzunehmen. Ich öffnete meine Lippen nur so weit, dass er sich durch heftiges Zustoßen den Weg in meinen Schlund freivögeln musste. Sofort schob er wie wild sein Becken gegen meine Lippen und versenkte sein Schwert ganz tief in mir. Sein Sack klatschte laut und fest gegen mein Kinn. Ich musste würgen, hatte Angst, mich übergeben zu müssen. Das kümmerte ihn aber nicht im Geringsten, im Gegenteil. Lachend kommentierte er:
„Das musst du noch üben! Ich bring dir gerne bei, wie man sich in den Schlund ficken lässt.”
Ich stand verwundert neben mir, als ich mich antworten hörte:
„Ja, bitte!”
Ein Glück, dass er mir nicht genau ins Gesicht schauen konnte, denn mir schoss die Schamröte auf die Wangen und ich dachte:
„Schäme dich, du hemmungslose, geile Schwuchtel. Keinen Anstand im Leib hast du. Pfui!”
Aber er ließ mir keine Zeit, einen Rückzieher zu machen und – ehrlich gesagt – ich wollte das auch nicht. Mein geiles, schwules Alter Ego verwarf meine Skrupel:
„Das, was dir hier passiert, hast du dir immer schon gewünscht. Nimm es hin, gebe dich ihm hin und genieße hemmungslos, du geile Sau! Das ist es doch, was du willst!”
Er hatte inzwischen seinen Schwanz aus meinem Mund gezogen und ich begann, ihn mit meiner Zunge zu verwöhnen. Ich umspielte seine Eichel, züngelte wie eine Ringelnatter an seinem Pissschlitz, der prompt einige Tropfen Vorsaft absonderte, die ich genüsslich weglutschte:
„Jag älskar saltet.” Ich liebe den Geschmack von Salz, das wollte ich ihm unbedingt sagen. Er grunzte nur:
„Mach weiter!”
Gehorsam ließ ich meine Zunge zu seiner Schwanzwurzel hinabrutschen, speichelte seinen Hodensack ein, versuchte eines seiner Eier zu schlucken und im Inneren meines Mundes ein wenig zu quetschen. So entlockte ich ihm ein weiteres Grunzen. Noch eine ganze Zeit nutzte ich sein Rohr als Querflöte, fuhr mit meiner Zunge und meinen Lippen an der langen, fetten und harten Stange auf und ab, um zwischendurch immer wieder seine Eichel sanft einzusaugen und mit meiner Zunge zu verwöhnen.
Irgendwann hatte er genug und befahl harsch:
„Ausziehen und hinlegen!”
Ich beeilte mich. Er zog seinen Pulli und sein Unterhemd auch rasch über den Kopf und stieß mich rückwärts aufs Bett.
„Beine breit!”
Er packte mich, führte seinen Schwanz vor meine rückwärtige Pforte, zerrte meine Arschbacken auseinander und versuchte, sein Teil in mir zu versenken. Ich war bereit, aber es klappte nicht auf Anhieb! Er schob mir ein Kissen unter meinen Hintern, um besser zustoßen zu können. Mit roher Gewalt! Ich spürte den enormen Druck seiner Eichel an meinem Schließmuskel, hörte, dass er röhrte wie ein Hirsch und dann schossen mir Blitze durchs Hirn, auch ich schrie auf. Er hatte sich seinen Weg gebahnt. Tränen schossen mir in die Augen, ich atmete heftig, wie ein Ertrinkender, der gerade noch das rettende Ufer erreicht hatte. Ihm war klar, dass er mir Schmerzen zugefügt hatte, vielleicht hatte auch er welche verspürt, als sein dicker Schwanz sich durch die Enge gezwängt hatte. Ich weiß es nicht. Auf jeden Fall stoppte er seine Fickbewegungen, lächelte mich an und meinte lapidar:
„Bisschen eng, was?”
„Ja!”, konnte ich nur stöhnend erwidern.
„Ab jetzt wird es schöner, mein Kleiner. Ich will mal ganz langsam anfangen.”
Und das tat er. Sehr vorsichtig schob er seinen Schwanz vorwärts in meinen Darm, machte dann eine lange Pause, zog sich wieder ein wenig zurück. Mit jedem Zustoßen verwandelte sich mein Schmerz mehr und mehr in ein wohliges, warmes Brennen und Kribbeln, das vollends in Glücksgefühle umschlug, als er – endlich! – heftig zustieß. Immer und immer wieder. Und dann schoss er seinen Samen in meine Fotze. Ich fühlte die Wärme der Sahne und spürte das heftige Zucken und Krampfen seiner Lanze in meinem Arsch. Nachdem er sich in mir entleert hatte, atmete er einmal tief durch, richtete sich unverzüglich auf und stieg aus dem Bett. Ich lag nach wie vor wie festgenagelt auf der Matratze, konnte nicht so schnell umschalten. Für mich war sein Schwanz immer noch bei und in mir.

Erschöpft bleibe ich nackt auf unserem Liebeslager zurück. Er zieht seine Hose an, schließt den Gürtel, schiebt sein Hemd in den Hosenbund, wirft sich den Pullover über die Schultern und verlässt die Schlafkammer.
„Hej då, älskling!”, sagt er beim Hinausgehen zu mir. Und sofort nach diesem ‚Bis bald, Geliebter!‘ höre ich, wie er jemanden begrüßt und dann sagt (Ich übersetze):
„Ich muss jetzt schnell weg! Verpflichtungen.”
Im selben Moment wird die Tür zur Schlafkammer aufgestoßen. Da steht Lennart. Nur kurz schaut er verdutzt, interpretiert die Situation aber sehr schnell richtig.
„Hat er dich gefickt?”
„Ja, Lennart.”
„Hat er dich vergewaltigt, die geile Sau?”
„Nein Lennart, ich wollte es auch.”
„Warum?”
„Ganz einfach. Weil ich schwul bin.”
„Und da macht man es mit dem ersten besten, der daher kommt!”
„Ja Lennart, das kommt vor.”
„Aber Torsten, weißt du denn nicht, dass ich dich liebe!”
Ich bin völlig sprachlos ob dieses Geständnisses. Normalerweise registriere ich sehr genau, wenn jemand was von mir will. Aber Lennart? Ich sage ihm das. Er widerspricht und behauptet, ich sei völlig blind, zumindest was ihn und seine Sehnsucht angehe. Er schiebt dann noch eine bissige Bemerkung nach:
„Ich bin mir nicht mehr so sicher, ob Strindberg für dich das richtige Thema ist, wo du doch offensichtlich überhaupt kein Gespür dafür hast, wie Schweden ihre Gefühle und ihr Verlangen nach Liebe und Sex ausdrücken.”
„Bring es mir bei Lennart! Am besten jetzt gleich!”
Und so kam es zum nahtlosen Übergang vom Vater zum Sohn, mit einem kleinen, aber wichtigen Unterschied. Der Alte hat mich gevögelt, jetzt vögle ich den Junior.

Es gilt fast als Naturgesetz: Das ‚erste Mal‘ bleibt unvergessen, tief verwurzelt in unserer erotischen Biographie. Mag sein, dass dies für Lennart so war – ich habe ihn nie danach gefragt. Ich selbst erinnere mich nur noch vage an diese Entjungferung. Viel einprägsamer waren viele Ficks später in diesem Sommer!
Ich weiß gerade noch, dass wir viele Anläufe brauchten, bis es klappte. Da war viel Gezappel und Hektik und Tollpatschigkeit – von beiden Seiten! Und als es endlich klappte, da war es schon wieder vorbei, bevor es richtig angefangen hatte. Er hatte seinen Orgasmus, ich den meinen. Ich spritzte ihm meinen Saft in seinen Jungfernarsch, er versaute mit seiner Sahne das Bettlaken und zwar ganz gewaltig.
Woran ich mich noch genau erinnere: Im Anschluss an unsere erste Vereinigung lagen wir stundenlang redend und schmusend beieinander. Er erklärte ein ums andere Mal, dass er so froh sei, dass ‚es‘ endlich passiert sei, und noch glücklicher, dass ‚es‘ dann auch noch mit mir war. Ich beteuerte gebetsmühlenhaft, wie blind ich gewesen war und wie schön es sei, dass ich endlich nicht nur sein Freund, sondern auch sein Liebhaber war.
Ganz genau erinnere ich mich an Lennartz letzte Worte, bevor wir endlich aus dem Bett kamen:
„Du musst mir schwören, dass du es nie mehr mit meinem Vater treibst! Dieser Sommer gehört August Strindberg und MIR!”
„Ja, min älskling!”, antworte ich und das muss ich jetzt nicht mehr übersetzen.
„Oh, Torsten, das wird der schönste Sommer unseres Lebens!”, erklärte er, bevor er sich, noch einmal, wild küssend auf mich stürzte.
„Lennart! Ich will nur dich! Das schwöre ich!”

Nach diesem doppelt gefickten Start ins Wochenende kamen Lennart und ich überein, dass er mich ab jetzt nicht nur Samstag auf Sonntag besucht, sondern zusätzlich auch zwei Tage in der Wochenmitte. Gegenüber seinen Eltern begründet er das damit, dass er nach dem hektischen Universitätsalltag in Hamburg die Ruhe der Schären brauche, um sich zu erholen. Für uns brauchen wir keine Begründung, sondern einzig und allein viel Zeit, unsere neue Beziehung auszuleben.
Wegen der ständigen Unterbrechungen durch Sexeinlagen kommt mein Arbeitsplan durcheinander und so dehnt sich mein Leben in den Schären auf insgesamt zehn Wochen. Viel Zeit, sollte man meinen, aber sie reichen gerade mal aus, mein Manuskript soeben fertig zu bekommen. Stünde nach dem Sommer ein Examen im Ficken, Blasen, Küssen und Kuscheln an, wären wir darauf aber noch weitaus besser vorbereitet nach diesem wunderbaren Intensivkurs.

Ein wunderbarer Sonnentag hat sich besonders tief in mein Gedächtnis eingebrannt. Wir waren um die Wette zu einer kleinen Felseninsel geschwommen. Das Wasser in den Schären ist auch im Sommer nicht besonders warm. Als wir auf dem steinigen Eiland ankamen und nackt aus dem Wasser kletterten, brauchten wir Daumen und Zeigefinger nicht weit zu spreizen, um die Länge unserer geschrumpelten Schwänze auszumessen, was wir lachend taten. Aber allein der Messvorgang und vor allem die wohlige Wärme der sonnenbeschienenen, glatten Felsen taten das Ihrige dazu, dass unser bestes Stück wieder eine solche Größe annahm, dass wir nicht mehr zur Pinzette greifen mussten, um es zu fassen zu bekommen. Als wir in 69er Stellung unsere Lippen über den Bolzen des Partners stülpten, hatte jeder von uns ein fettes, sehr appetitliches Stück im Mund, köstlicher als jeder schwedische Gabelbissen. Lennart drehte sich auf den Bauch, ich machte es ihm nach und legte mich neben ihn auf einen durch Wasser, Wind und Wetter perfekt polierten Fels. Die in den Steinen gespeicherte Kraft der Sonne erwärmte unsere Bäuche und Brüste, zauberte die Gänsehaut weg und ihre Strahlen wärmten unsere Rücken. Nach einiger Zeit drehte Lennart sein Gesicht zu mir, hob seine Hüfte ein wenig an, imitierte Fickbewegungen, und sagte:
„Mein Schwanz ist jetzt so steif, dass ich den Satz ‚Ich liebe Torsten‘ problemlos in den Felsen hämmern könnte.”
„Mach es, aber ich will ihn vorher nochmal anspitzen und scharf machen”, erwiderte ich lachend und schnappte mir seinen Meisel mit der Hand, um ihn ganz schnell mit meinen Lippen voll zu speicheln.
Wir beschlossen dann aber doch, die Felsen unversehrt zu lassen und die Härte unserer Bolzen in unseren Ärschen auszutoben. Lennart machte den Anfang. In den wenigen Wochen unserer erotischen Zweisamkeit hatte er sich zum perfekten Liebhaber entfaltet. Von ihm gevögelt zu werden, war so, als jagte er einen von der Pforte des Himmels in dessen schönste und intimste Winkel. Der Genuss wurde vor allem dadurch bis zur Ekstase gesteigert, weil nie vorauszusehen war, was er als nächstes vorhatte. Zartes Verwöhnen der Prostata, wildes Hämmern, wobei sich sein schlankes, aber superhartes Rohr in die Tiefen des Darms bohrte, oder, oder …!
Heute ließ er mich flach auf dem Bauch liegen, legte sich auf mich und schob mir seinen Schwanz energisch an meiner Rosette vorbei in meine Männerfotze. Jedes Mal, wenn er zustieß, rieb sich mein Schwanz heftig am glatten Fels, so, als wollte ich – unter seinem Dirigat – meinerseits eine Botschaft in den Stein ritzen: Hier fickte Lennart mich ins Paradies!
Der felsige Grund fühlte sich überhaupt nicht hart an, ich glaubte sogar zu spüren, wie er sich meinem Körper anschmiegte. Die Wärme und die hochpolierte Glätte des Steins erinnerten an Bettlaken aus feinstem Satin. Kurz bevor er kam, zog mein Geliebter seinen Schwanz aus meiner Höhle und rotzte sein Sperma auf den leicht rötlich schimmernden Granit. Mit dem Zeigefinger verrieb er den schleimigen Saft zu einem Schriftzug: „Torsten”, stand da zu lesen.
Mit einer wilden Kussattacke stürzte ich mich auf ihn, rutschte aber bald nach unten zu seinem schreibkundigen Schwanz und lutschte ihn emsig sauber, wie eine Katze, die ihre Pfoten leckt. Dann legte ich mich auf den Rücken und bat ihn, sich auf mich zu setzen. Er sollte mich reiten. Das tat er. Wir beide tobten uns so sehr aus, dass uns der Schweiß ausbrach und bald danach ergoss ich mich in seiner Fotze.
Er schlug vor:
„Komm, lass uns im Wasser Kühlung suchen.”
Mit einem Kopfsprung stürzten wir uns ins erfrischende Nass. Ich glaubte es zischen zu hören, als wir eintauchten, so wie glühende Hufeisen, wenn sie zum Abkühlen in kaltes Wasser gesteckt werden. Ich tauchte als erster wieder auf und fand Halt auf einem Stein, stand aber noch bis zu den Brustwarzen im Wasser. Lennart schob neben mir prustend seinen Kopf aus den Fluten und erklärte:
„Ich habe Putzer-Fische gesehen, die wollen deinen Sahnespender anknabbern und reinigen.”
Sofort tauchte er wieder unter. Ich blieb breitbeinig stehen und da spürte ich schon, wie meine Schwanzspitze von Lennarts Fischmund umschlossen wurde. Er nuckelte an meinem Pimmel, der wegen der Abkühlung wieder recht eingeschrumpelt war. Dann tauchte mein Schwanzlutscher aus dem Wasser auf, holte kurz Luft, gründelte wieder weg und widmete sich erneut meinem Fischköder. Um den besser fassen zu können, hielt er sich mit beiden Händen an meinen Hüften fest. Als er alles genug gesäubert hatte, tauchte er auf, stellte er sich neben mich und ich presste meine Lippen auf seinen Mund. Die Kälte seines Kuss- und Lutschmundes, der Salzgeschmack, seine leicht fröstelnde, glatte Haut brachten mich fast um den Verstand. Ich umarmte Lennart, riss ihn wieder ins Wasser, wo wir balgten wie zwei übermütige Kinder. Aber nicht so unschuldig, denn durch das Glitzern der Sonne auf dem Wasser und auf unseren Körpern entstand eine erotisch überladene Stimmung, die sich bald in einem neuen Fickgewitter entlud.
Als wir zu ‚unserer‘ Schäre zurückschwammen, waren wir so erschöpft, dass uns der Weg durchs Wasser sehr lang wurde.
„Ich glaube, ich schaff es nicht und ertrinke!”, rief ich ihm zu.
„Dann kannst du mich aber nie mehr bumsen!”, rief er zurück.
„Dann schaffe ich es auch bis zu den Ålandinseln!”, prustete ich.
Im Heimathafen angekommen, wärmten wir uns wieder auf den Steinen auf, zogen uns dann aber ins Bett zurück und bedeckten unsere Nacktheit mit den wohlig-seidigen Laken unseres Lotterbetts und blieben nicht lange untätig. Noch heute laufen mir geile Schauder über den Rücken und ich spüre ein heftiges Ziehen in meinen Leisten, wenn ich daran denke, wie ausdauernd liebestoll wir uns damals täglich mehrmals paarten.
Nach einem der unzähligen, späteren Ficks fragt mich Lennart:
„Das mit dir und meinem Vater war freiwillig. Das habe ich verstanden. Aber war es auch das erste Mal für dich. Hat er dich entjungfert? So wie du mich?”
„Nein Lennart. Ich hatte schon vorher Sex mit Männern.”
„Waren es viele?”
„Eigentlich nicht. Das erste Mal passierte es in meiner Göttinger Zeit. Mit einem jungen Mann, der vermutlich ein wenig älter, in jedem Fall aber viel erfahrener war als ich. Ich habe ihn nur einmal getroffen, weiß bis heute nicht seinen Namen. In Göttingen gab es auch einen älteren Mann, in den ich verknallt war, ohne mir das so richtig klar zu machen. Nach meiner analen Entjungferung war mir zwar endgültig klar, dass ich schwul bin, aber dass es nicht der liebe Herr K. war, mit dem mir das passiert ist, darüber habe ich sehr getrauert. Wir haben nie zusammengefunden. Ich war zu schüchtern und er als gebranntes Kind zu vorsichtig, er hatte nämlich wegen seiner Homosexualität im Gefängnis gesessen.”
„Schrecklich. Wann kam denn der nächste?”
„Das hat gedauert, obwohl ich ab diesem Zeitpunkt auf Gelegenheiten gelauert habe und ab und zu auch mal abgeschleppt wurde und es – selten genug! – mal schaffte, jemand in das Bett in meiner Studentenbude zu locken. Immer war ich es, der gefickt wurde. So konnte ich einige Erfahrung sammeln und meinen Hengsten zunehmend ein Loch bieten, das es zu erobern lohnte. Blasen war in dieser Phase nicht angesagt, Schmusen und Küssen gab es nicht, was mich ehrlich gesagt später sehr wunderte, denn – du weißt es jetzt selbst – das ist für mich mit das schönste am Sex. Ich erkläre mir mein damaliges Sexverhalten heute so: In der ersten Phase meiner Ausbildung ging es um technische Grundlagen. Und das war gut so. Auch du profitierst davon, mein Schatz.”
„Ja, es ist wirklich ein Genuss, deine geschmeidige Arschfotze durchzuvögeln. Aber, wie ging es weiter. Erzähl mir alles!”
„Das nächste Mal, das für mich sehr wichtig war, passierte etwa ein Jahr später. Ich saß im Zug nach Hamburg, um meinen Uniwechsel vorzubereiten und kam mit einem älteren Mann, so um die fünfzig, ins Gespräch. Ich erzählte, dass es sehr schwer sei, in Hamburg eine bezahlbare Studentenbude zu finden. Zumindest aus der Ferne. Wie es so kommt, bietet er mir sofort an, ich könne für eine Übergangszeit bei ihm unterkommen, er habe ein Zimmer frei. Noch in der ersten Nacht hat er mich ausdauernd gevögelt, die folgenden Nächte auch. Nach einer Woche schlug er mir dann einen Rollentausch vor. Und so kam es dazu, dass ich das erste Mal meinen Schwanz in einen Männerarsch versenkte. Ich fand das so schön, dass ich mich sofort fragte, wie ich es bis dahin ohne ausgehalten hatte. Leider kam bald sein Cousin nach Hamburg, dem er das Zimmer versprochen hatte. Ich glaube, er hat dann mit ihm weitergemacht, denn sofort nach meinem Auszug war Sendepause von seiner Seite. Ja, und dann kam auch schon die Zeit, wo ich dich kennenlernte, leider ohne zu merken, was sich mir da anbot. Deshalb gab es nebenher ab und zu mal einen Fick für eine Nacht. Nur ein einziges Mal war ich so notgeil, dass ich einen Mann in einer Klappe befriedigte. Was mich aber, ich muss es gestehen, sehr antörnte.”
„Manchmal ist Schüchternheit auch gut, wie bei mir. Ich wollte dich und habe auf dich gewartet. Und jetzt bin ich am Ziel und glücklich”, kommentierte mein blonder Schweden-Engel.

Irgendwann geht jeder Sommer zu Ende, die Kraft der Sonne lässt nach, die schwedische Mittsommernacht verabschiedet sich, die Dunkelheit kommt früher zurück. Ich musste nach Hamburg, meine Arbeit abliefern. Lennart, der eigentlich auch wieder nach Deutschland gewollt hatte, erhielt das Angebot für eine Stelle an der Stockholmer Uni, die mit dem Dramaten, dem schwedischen Staatsschauspiel, in einem Projekt kooperierte. Genau das, was er sich immer erträumt hatte. Ich redete ihm zu, die Chance zu ergreifen, auch wenn ich dadurch der ständigen Anwesenheit meines feurigen Liebhabers und meiner Traumfotze beraubt wurde.
Was blieb, war ein langjähriger Briefwechsel und einige wenige kurze Treffen, in denen wir uns wild und heftig miteinander vergnügten. Aber das war für mich – und wohl auch für ihn, der ebenfalls Blut geleckt hatte – zu wenig. Ich brauchte den Sex mit Männern regelmäßiger als mit Lennart möglich, nämlich ständig, und so kam es, wie es kommen musste. Ich trieb es mit vielen, manchmal für eine Nacht, manchmal für länger. Die Gedanken an Lennart verblassten. Die Männer, denen ich mich zur Verfügung stellen konnte, wann ich wollte, wurden immer wichtiger. Einer, an den ich mich enger band, so dass mich der Sex mit ihm durchaus an meine Lennart-Zeit erinnerte, wurde mein Freund, mit dem ich zusammenlebte. Da er durchaus skeptisch war, wenn mich ab und zu ein Brief aus Schweden erreichte, zu dessen Lektüre ich mich immer zurückzog und ihm nichts von seinem Inhalt erzählte, hatte ich immer weniger Lust, die lieben Briefe zu beantworten. Irgendwann hörte ich ganz auf und belebte den Kontakt auch nicht wieder, als auch diese Beziehung endete.

Und jetzt sitze ich also hier in den Schären, mit meinen Erinnerungen, einsamer als je zuvor. Da kommt mir der Gedanke, dass ich doch mal nachschauen könnte, ob ich ‚meinen‘ Lennart – zumindest im Netz – wiederfinde. Die Schweden gehen mit ihren Einwohnerdaten recht offen um und so ist es mir ein Einfaches, die recht geringe Anzahl von Personen dieses Namens zu googeln. Mit den Namen finde ich auch gleich die Einkommenssteuerdaten der Gesuchten. Es ist ein leichtes, den Kreis der Verdächtigen einzukreisen, denn ein Lennart wohnt just dort, wo schon seine Eltern gewohnt hatten, nicht weit weg vom Dramaten, wo er immer noch arbeitet, wie auch herausfinde.
Es fällt mir nicht leicht unter der angegebenen Nummer anzurufen. Wer weiß, was mich erwartet. Aber schließlich werfe ich alle Bedenken über Bord und tippe die Zahlen in die Tastatur. Nach einiger Zeit wird abgehoben:
„Hejsan.”
„Lennart?”
Es entsteht eine lange Pause.
„Torsten, bist du das?”
„Ja Lennart. Ich bin’s.”
„Von wo sprichst du?”
„Ich bin hier in einem Ferienhaus im skärgård.”
„Was machst du da?”
„Urlaub.”
„Bist du allein?”
„Ja.”
Ich deute ihm die Umstände an, wieso ich mich – nicht ganz freiwillig – solo in die Inselwelt vor Stockholm zurückgezogen habe und deshalb totunglücklich bin.
„Kann ich dich besuchen?”
„Ja gerne.”
Ich präzisiere, dass ich mir im Moment nichts Schöneres vorstellen könne, als ihn wiederzusehen, mir aber absolut nicht sicher sei, ob das auch für ihn zuträfe.
„Hör auf mit dem Quatsch. Wenn wir Probleme miteinander haben oder hatten, dann klären wir das doch am besten unter vier Augen.”
Ich bin einverstanden. Er will gleich morgen früh kommen. Ich muss ihm nicht zu viel erklären, denn er meint die Gegend zu kennen, wo ich mich aufhalte.

Die Nacht und den Morgen zu sc***dern, bevor er auftaucht, die Achterbahn der Gefühle, der Hoffnungen und Ängste, die mich euphorisierten und im selben Moment wieder niederdrückten, übersteigt meine Kräfte.
Als ich jemand kommen sehe – Ist er es denn überhaupt, denn ich habe ihn ja jahrzehntelang nicht gesehen? –, renne ich zum Hinterausgang des Hauses und will flüchten. Allein die Tatsache, dass diese Tür abgeschlossen ist und kein Schlüssel steckt, zwingt mich zur Umkehr, in seine Arme.
Aber erst mal der Reihe nach:
Ich gehe zur Haustür, öffne, bleibe an der Türschwelle stehen, sehe den Mann. Ungefähr mein Alter, mit einigen Veränderungen, um nicht zu sagen Deformationen, wenn ich ihn mit dem feingliederigen, zarten, sanften, zärtlichen jungen Mann aus meiner Erinnerung vergleiche. Auch er hält inne. Vermutlich schießen ähnliche Gedanken durch seinen Kopf, nur dass vermutlich seine Erinnerungen an meine Erscheinung von damals anders ausfallen. In seinen Briefen hatte er immer betont, dass er mich so liebe, weil ich so stark sei, ihn beschützen könne, endlich so etwas wie ein lieber Vater für ihn sei. Völliger Blödsinn also, weil wir kaum zwei Jahre auseinander sind und ich auch nicht wesentlich größer und kräftiger gebaut bin als er.
Wir stehen uns schweigend gegenüber. Sehr lange. Dann bricht er als erster unser Schweigen.
„Torsten!”
Als ich seine Stimme höre, nicht in Telefonqualität, wie gestern, sondern so wie früher, von Angesicht zu Angesicht, fährt mir ein Schauder über den Rücken, kein Schrecken, sondern ich spüre Glück und im selben Moment ist alles wieder da, mein Vertrauen in ihn, mein Verlangen nach ihm, meine Liebe …
„Lennart!”
Noch einmal nennt jeder den Namen des anderen und dann liegen wir uns in den Armen.
Dann folgt eine fast peinlich lange Pause.
„Warum hast du damals aufgehört, mir zu schreiben?”
„Mein Partner war immer so eifersüchtig. Da hab ich es gelassen. Klartext: Du weißt, was ich für ein Weichei bin, dass ich Konflikte nicht aushalte und da war es eben am einfachsten so.”
„Ist eure Beziehung damals wegen mir und meiner Briefe auseinandergegangen?”
„Nein, Lennart, es lag an uns. Ich habe andere mit der Zeit attraktiver gefunden. Er schon vor mir ebenfalls. Manchmal sind wir – ohne es zu wissen – sogar mit ein und demselben Typen fremdgegangen, wie ich später feststellen konnte. Es hatte sich einfach alles abgekühlt.”
„Hattest du später feste Beziehungen zu anderen Männern, vielleicht sogar zu einer Frau?”
„Ich habe lange gebraucht, bis ich diese Trennung verdaut hatte. In meinem tiefsten Inneren war ich zu der Überzeugung gekommen, dass Schwule, besonders wenn sie so gestrickt sind wie ich, nicht bindungsfähig seien. Vor allem nicht treu. Für eine lange Phase meines Lebens war ich der unersättliche Szenegänger, der – wie Mann so sagt – nichts anbrennen ließ. Ich hatte mir den Ruf einer dauergeilen, verhurten und versauten Schlampe redlich erarbeitet. Und dann kam Klaus und von einem Moment auf den anderen wurde ich zur devoten und monogamen Frau an seiner Seite, die nur noch für ihren Geliebten da war und sich nur noch ihm hingab. Und das hielt sehr lange und zumindest ich hatte das Gefühl, dass es mit uns auf Dauer so hätte weitergehen können, natürlich auch mit Höhen und Tiefen. Und jetzt stehe ich vor den Ruinen meiner Illusionen.”
„Und da soll ich dir raushelfen?”
„Ich wüsste keinen anderen, dem ich das zutrauen würde.”
„Dann lass es uns versuchen, ohne Wenn und Aber!”
Um zu besiegeln, was gerade gesprochen worden war, küssten wir uns innig.
„Jetzt erzähl aber mal von dir. Wie ist es dir ergangen, Lennart?”
„Willst du das wirklich wissen?”
Ich antworte ihm mit einem feuchten, tiefen Zungenkuss.
„Gut. Ich war so enttäuscht von dir, dass ich es am Vernünftigsten fand, erst mal ganz auf Männer zu verzichten. Meinen Eltern, vor allem meinem Vater, dem ekligen Materialisten, kam das sehr zu pass, denn sie hatten ein Mädel aus der besten Stockholmer Gesellschaft für mich auserkoren. Der Witz an der Geschichte: Als wir uns besser kennen gelernt hatten, fanden wir beide selbst uns auch sehr sympathisch. Also geschah, was geschehen sollte.”
„Ihr seid immer noch zusammen?”
„Gott bewahre! Nein, ich bin seit langem glücklich geschieden.”
„Wie kam das?”
„Nur für dich: Wenn ich mit meiner Frau vögelte, habe ich immer, wenn es mir kam, laut Torsten gerufen und nicht ihren Namen. Inger hieß sie übrigens – und heißt auch noch so. Ab und zu treffen wir uns noch.”
„Du spinnst! Das hast du gerade erfunden, Bror Strindberg!”
„Nicht ganz. Ich hatte wirklich Glück mit Inger und habe auch den Sex mit ihr genossen. Aber auf die Dauer spürte ich, dass es mir mit Männern doch mehr Spaß macht. Als wir uns trennten, entdeckte übrigens auch sie eine neue Seite an sich. Sie lebt heute glücklich mit einer Frau zusammen.”
„Und du?”
„Ich bin Single. Zwar immer auf der Suche, aber nie erfolgreich. Bis heute früh. Ach Torsten! Ich kann es immer noch nicht fassen.”

Wir trafen uns jetzt täglich, schmusten miteinander und hatten Sex. Und das war schön. Nach einer knappen Woche überfiel mich Lennart dann mit einem Vorschlag:
„Torsten! Unser Herumgehampel im Bett macht ja durchaus Spaß. Aber auch Stress, wie ich ehrlich gestehe. Wie wäre es, wenn wir das mit dem Sex anders regeln. Mein Vorschlag: Wir suchen uns junge, potente Kerle, die uns mit der Kraft ihrer jugendlichen Lenden tüchtig durchvögeln. Damit kein Beziehungsstress zwischen uns aufkommt, vereinbaren wir folgende Spielregel: Jeder von uns sucht immer den Deckhengst für den anderen aus. So ersticken wir Eifersucht im Keim, noch bevor sie aufkommen kann. Und für die zärtlichen Spielereien, Leckereien und was uns so einfällt, haben wir dann immer noch genügend Zeit.”
„Gute Idee!”

Da jede Idee ihre Zeit hat, probierten wir das Ganze gleich am nächsten Abend aus. In einem privaten Stockholmer Schwulen-Club, in dem Lennart öfter verkehrte, wie er mir sagte, gingen wir auf die Suche. Wir entdeckten zwei kräftige Burschen, so Mitte bis Ende zwanzig, die wir – auch mittels einer versprochenen finanziellen Zuwendung – dazu überreden konnten, unsere Männermuschis kräftig durchzuorgeln. In dem weiträumigen Club fanden wir einen dämmrigen Raum, der an der Längsseite verspiegelt war. In einigem Abstand vor dem Spiegel war eine Stange angebracht, die an die Barre in einem Ballettsaal erinnerte. Dort stellten wir uns hin, lehnten uns mit verschränkten Händen auf die Stange, wodurch unsere Ärsche einladend in den Raum ragten. Die Beine hatten wir gespreizt. Unsere Ficker traten hinter uns, griffen uns zwischen die Beine, um Schwanz und Sack abwägend in ihren Händen zu halten, wie Viehhändler, welche die Qualität des Angebots fachmännisch prüfen. Damit hielten sie sich aber nicht lange auf, sondern setzten alsbald ihre Rohre an und vögelten uns mit harten Stößen heftig in unsere schwanzhungrigen Arschlöcher.
Die Umgebung und vor allem die Tatsache, dass die Hengste unwillkürlich in einen fast synchronen Rhythmus verfielen, machte die Nähe zum Ballett noch größer. Wir genossen den doppelten pas de deux! Wir hatten unsere Gesichter einander zugewandt, lächelten uns verklärt an und als ich gerade stöhnend sagen wollte: „Schön!”, kam Lennart mir zuvor. Dann küssten wir uns und blieben nahe beieinander, bis fast auf die Sekunde zur gleichen Zeit unsere Beschäler sich in uns entluden. Lennart meinte:
„Stell dir vor, diese Aufführung hätte im königlichen Opernhaus stattgefunden. Wir hätten damit Theatergeschichte geschrieben.”
„Und mit Sicherheit gäbe es eine Videoaufzeichnung der Performance, die ich mir liebend gern öfter anschauen würde. Aber immer nur mit dir.”
Als die beiden sich bald darauf entfernten, hörten wir, dass sie sich auf Finnisch unterhielten, was Lennart zu der Bemerkung veranlasste:
„Statt Video könnte ich mir auch vorstellen, dass wir Tom of Finland als Vorlage für eine seiner Zeichnungen hätten dienen können.”

Als wir einige Tage nach dieser kunstvollen Fickpremiere Abschied voneinander nahmen, hatten wir uns auf Treu und Glauben versprochen, uns ab jetzt so oft wie möglich zu treffen. Wir verabredeten eine Art Tournee durch die europäischen Hochburgen für Schwule. Starten sollte unsere Art der Hengstsuche oder Hengstparade auf meinen Vorschlag hin in Wien. Das Weitere müsste sich dann ergeben.
„Westfälische Kalt- und Warmblüter bei dir zu Hause sollten auch eine Chance haben, auch wenn dort nicht unbedingt von einer schwulen Hochburg gesprochen werden kann”, lästerte Lennart darüber, dass es mich seit vielen Jahren in die Gegend um Münster verschlagen hatte.
„Beim nächsten Mal dann Englisches Vollblut! In London! Das liefert dann den Kontrast zur Provinz”, konterte ich.
Die scherzhaft geplante Tournee haben wir dann auch verwirklicht, unsere eigenen Kräfte für traumhaft schöne Zärtlichkeiten reserviert und immer Kerle gefunden, die es uns heftig besorgten.

Es gibt das kluge Wort eines Denkers, der erklärte, Geschichte wiederhole sich immer, beim zweiten Mal allerdings als Farce. Das mag für seinen Erfahrungsbereich gelten. Bei uns ist es anders. Wir haben das Glück, unsere Geschichte korrigieren zu können, so wie sie sich eigentlich von Anfang an hätte ereignen sollen: Als glückliches Paar!
So wünschte es sich Lennart: Offenheit, Vertrauen und Zärtlichkeit sollten wir uns geben. Ich war auch bereit dazu. Von mir aus für immer!

Nur ein Geheimnis werde ich meinem Geliebten nie offenbaren. Damals, als vor vielen Jahren in den Schären alles begann, hatte mich Lennarts Vater, unmittelbar vor meiner Abreise, noch einmal heftig durchgevögelt. Er war kurz vor meinem Aufbruch unangemeldet aufgetaucht, sagte was von ‚Mietschulden einlösen‘, fesselte mich an Händen und Füssen und trieb seinen Schwanz rücksichtslos in meine Maulfotze und in meinen Arsch. Als wir uns danach – für immer, wie sich erweisen sollte – trennten, meinte er nur:
„Die Mitsommernächte und das Training mit Lennart haben aus dir einen richtigen Mann gemacht, so wie ihn echte Männer lieben.”
„Danke für das Kompliment und für die tätige Mithilfe als Lehrmeister!”

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