Klassentreffen Teil 16.1
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Klassentreffen Teil 16.1

Samstag:
Als ich gegen sechs Uhr erwachte fühlte ich mich wie gerädert. Ich hatte die ganze Nacht vor Nervosität nicht geschlafen. Widerwillig stand ich auf, ging in das Bad, duschte und rasierte mich sorgfältig. Anschließend zog ich mich an. Beim hinabgehen in die Küche, dachte ich bei mir. Warum hast du dich bloß von Elisabeth und Sandra zu der Modenschau überreden lassen. Ich konnte nur hoffen, dass Sascha und Dietmar ganze Arbeit leisten und mich so zu Recht machen, dass niemand erkennt, dass ich keine Frau bin. In der Küche wurde ich von Sandra begrüßt. „Du siehst aber nicht gut aus, hast du schlecht geschlafen?“. „Das kannst du laut sagen. Ich könnte mich Ohrfeigen, dass ich mich Überreden habe lassen. Das geht in die Hose beziehungsweise in den Rock. Ich mache bestimmt als falsch, was Frau falsch machen kann“. „Nur Mut, so schlimm wird es nicht werden. Im schlimmsten Fall, haben wir ja immer noch die Begründung von Elisabeth für deine Teilnahme an der Modenschau“. „Das Beruhigt mich aber nicht im Geringsten. Wenn ich nicht versprochen hätte, das ich mitmache, dann würde ich es bleiben lassen“. Sandra kam auf mich zu und Umarmte mich. „Jetzt sei ein tapferes Mädchen und gib dir einen Stoß. Ändern können wir jetzt auch nichts mehr machen. Elisabeth zählt auf dich. Außerdem du rennst schon seit du wieder hier bist als Frau umher und keiner hat etwas gemerkt“ versuchte sie mir Mut zu machen. „Du hast Recht. Was sollte schon schief gehen, nur das ich mich zum Gespött der Leute mache“. Schweigend frühstückten wir. Gegen acht Uhr verließen wir das Haus und fuhren zu Elisabeth.
Kurz vor halb neun Uhr kamen wir dort an. Elisabeth freute sich, dass wir schon vor neun Uhr gekommen waren. „Toll, dass ihr schon da seid. Sascha hat schon nach euch gefragt. Yvonne, er erwartet dich bereits in der Garderobe“. Ich ging zur Graderobe und begrüßte Sascha“. „Halo Yvonne, wie ich sehe, hast du eine unruhige Nacht hinter dir“. Das habe ich. Ich war so nervös, dass ich fast nicht geschlafen habe“. „Du brauchst nicht nervös zu sein, du hast bei der Probe deine Sache ganz gut gemacht“. „Es ist nicht wegen dem Vorführen, sondern es geht um das Erkennen werden. Was geschieht, wenn ich als Mann erkannt werde. Das macht mir Kopfzerbrechen“. „Dich wird niemand erkennen, dass verspreche ich dir“. „Dann lass uns anfangen“. Sascha machte sich ans Werk. Nach eineinhalb Stunden war er fertig. Nun kam Dietmar an die Reihe. Da ich mir in der früh schon die Haare gewaschen hatte war dies nicht mehr nötig. Er machte meine Haare nur noch Nass und legte mir eine Dauerwelle. Als er mir die Trockenhaube aufsetzte reichte er mir eine Modezeitschrift. „Damit du dich ablenken kannst“ meinte er. Ich danke ihm und vertiefte mich in die Zeitschrift. Nach und nach kamen die Models und begannen sich herzurichten. Gegen zwölf Uhr war ich fertig. Sascha und Dietmar waren zufrieden. Auch Elisabeth und Sandra waren begeistert. Da die Modenschau um vierzehn Uhr begann hatten wir noch Zeit für einen Kaffee, den wir in Elisabeths Büro tranken. „Übrigens, Sascha und Dietmar freuen sich, dass du sie für deine Hochzeit engagieren willst. Sie machen dir sogar einen Sonderpreis“ informierte mich Elisabeth. „Danke, dass du das für mich arrangiert hast“. Gegen dreizehn Uhr fünfundvierzig war es so weit. Wir begaben uns in die Garderobe und zogen uns um. Elisabeth hatte die Kleiderständer, der für Sandra und für mich gedacht waren etwas abseits gestellt, damit wir uns ungestört umziehen konnten. Die Show ging los. Als erste wurden Kostüme und Kleider vorgeführt. Anschließend waren Sandra und ich an der Reihe. Sandra nahm mich bei der Hand und führte mich zum Laufsteg. „Viel Glück, du schaffst es“. Sie gab mir einen Kuss und drängte mich raus. Tapfer ging ich den Laufsteg, so wie ich es gelernt hatte auf und ab. Ich bekam sogar Applaus von den Zuschauern. Ob sie Leute etwas gemerkt haben, ging es mir durch den Kopf. „Na siehst du, es war doch nicht so schlimm. Du hast deine Sache gut gemacht. Jetzt aber schnell, du musst dich beeilen, zieh das andere Kleid an und dann raus auf den Laufsteg“ befahl mir Elisabeth. Also zog ich mich schnell um und begab mich wieder auf den Laufsteg. Die Zeit verging wie im Flug. Ich merkte bei aller Hektik nicht, dass ich meinen letzten Durchgang machte. Erst als ich in die Garderobe gehen wollte und ich Elisabeth sah, wurde mir bewusst, dass ich den letzten Gang auf dem Laufsteg hinter mir hatte. „Meine Damen, das Publikum erwartet von uns, dass wir nochmals erscheinen. Wenn sie so nett sein würden und mir folgen wollen“. Elisabeth nahm mich bei der Hand und führte mich auf den Laufsteg. Die anderen folgten uns. Sandra gesellte sich neben mich und nahm meine Hand. Wir wurden stürmisch empfangen. Die Zuschauer standen auf und Applaudierten uns zu. Vereinzelt waren auch Bravo Rufe zu hören. Der Applaus dauerte gut fünf Minute. Wir Applaudierten zurück. Nach dem der Applaus aufhörte gingen wir zu unserer Garderobe zurück. Elisabeth folgte uns Freudestrahlend. „Mädels, ihr ward einfach Klasse. Ich möchte mich bei euch bedanken. Die Modenschau ist ein voller Erfolg. Mein Auftragsbuch ist voll. Wenn ihr Umgezogen seid, kommt bitte in mein Büro auf ein Glas Champagner. Ich werde euch die Schecks für eurer Honorar aushändigen“. Schnell zogen wir uns um und fanden uns bei Elisabeth ein. Sie hatte die Champagnerflasche bereits geöffnet und die Gläser gefüllt. Wir prosteten ihr auf den Erfolg zu und sie Überreichte jeder einen Scheck. „Danke nochmals“ sagte sie. Nach und nach verließen die Models, nach dem sie ausgetrunken hatten, das Büro, bis nur noch Elisabeth, Sandra und ich Anwesend waren. „Für euch beide habe ich noch etwas. Kommt ihr bitte mit!“. Sie führte uns in die Garderobe, ging zu den Kleiderständern, die für Sandra und mich vorgesehen waren und entnahm jeweils ein Hochzeitskleid. „Da ihr beide demnächst Heiraten wollt, hier ein kleiner Sonderbonus. Er ist dafür, dass ihr mir geholfen habt“. Sie reichte uns die Kleider. „Das haben wir doch gerne gemacht. Für Yvonne war es eine neue Erfahrung, die sie bestimmt nicht vergessen wird“. „Da kann ich dir beipflichten. Aber das mit den Brautkleidern muss nicht sein. Wir helfen dir gerne“. „Das weiß ich. Ich habe dir versprochen, dass wenn du mir aushilfst, ich dir ein Brautkleid schenke, Für Sandra gilt es ebenso“. Wir bedankten uns bei Eliesabeth mit einem Kuss. „Ich hoffe, dass ich zu neueren beiden Hochzeiten eingeladen werde“. „Selbstverständlich“. „Habt ihr schon einen Termin?“. „Noch nicht, wir wollen Warten, bis unsere Wohnung fertig ist. Vermutlich im September“. „Henry und ich werden auch im September Heiraten, der Termin steht aber noch nicht fest. Er richtet sich nach meiner Operation“. „Gut gebt mir aber bitte rechtzeitig Bescheid“. Wir versprachen es Elisabeth und wir verabschiedeten uns.