Fußball
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By plusquamperfekt ©

Vorwort: Ich habe diese Geschichte nicht als Fortsetzungsgeschichte konzipiert, also nehmt es mir bitte nicht übel, wenn es hierzu keine weiteren Teile geben wird. Viel Spaß damit.

Man kann sagen, was man will – der Frauenfußball ist doch deutlich besser geworden. Nicht dass ich allzu viele Spiele von Topmannschaften außer der Nationalmannschaft gesehen hätte, aber das war auch schon in den unteren Ligen erkennbar. Da spielte nämlich meine Schwester, Jessica. Ich habe eine Weile selbst gespielt, aber so gut wie sie war ich nie. Wie sie da drei Gegnerinnen austanzte und dann aus zwanzig Metern in den Winkel traf – das machte mich schon mächtig stolz auf mein kleines Schwesterlein. Immerhin war sie auch schon in die Landesauswahl der U19 berufen worden.

Unsere Eltern waren alleine im Urlaub auf den Kanaren, also fuhr ich Jessica zum Auswärtsspiel, da sie wegen ihres Frühdienstes nicht mit der Mannschaft fahren konnte. Wir kamen auch tatsächlich gerade mal fünf Minuten vor Spielbeginn an. Zum Aufwärmen kam sie nicht mehr, aber das holte sie halt im Spiel nach. Nach zwei Minuten schoss sie das erste Tor. Der Schuss in den Winkel war dann schon ihr dritter Streich, ein Blick auf die Uhr verriet mir, dass die erste Halbzeit gerade mal zwanzig Minuten alt war.

Sie sah auch kurz direkt zu mir herüber, und ich klatschte demonstrativ grinsend Beifall. Das Spiel war bereits entschieden, alles, was jetzt noch kam, war Schaulaufen. Da bekam sie schon wieder den Ball, ließ die Erste mit einer Körpertäuschung aussteigen, den Ball wunderbar eng am Fuß, lief auf die Zweite am Strafraumeck zu. Da stürmte eine weitere Verteidigerin von hinten auf sie zu. Ich konnte nicht genau sehen, wie sie Jessica traf, sah diese nur in hohem Bogen in den Strafraum fliegen.

Der Pfiff ertönte, aber Jessica blieb liegen. Ich konnte ihre Schmerzenslaute bis hinauf auf die kleine Tribüne hören. Die Schiedsrichterin bückte sich zu ihr herunter und winkte dann den Trainer heran. Scheiße, das sah gar nicht gut aus. Es bildete sich ein Rudel von Spielerinnen um sie herum und ihr Trainer hob sie am Ende an und trug sie vom Feld. Er holte etwas aus seiner Trainingstasche, und besprühte damit ihr rechtes Fußgelenk. Dann schickte er ein anderes Mädchen aufs Feld.

Dass ihre Gegnerin die gelbe Karte bekam und ihre Mannschaft den fälligen Freistoß direkt verwandelte, war belanglos. Ich verließ die Tribüne und bahnte mir meinen Weg über die hüfthohe rostige Bande des alten, reichlich verfallenen Stadions und lief auf die Bank zu, wo Jessica noch immer am Boden lag und trotz der Vereisung weinte.

„Was ist los? Schlimm?”

„Du bist Markus, nicht wahr? Ich hab keine Ahnung, ich bin kein Arzt. Kannst du sie vielleicht ins Krankenhaus fahren? Kann sein, dass da was gebrochen ist oder Bänder gerissen sind. Am besten röntgen lassen.”

Jessica schluchzte.

„So eine Scheiße. Diese blöde fette Kuh … die hat mich schon das ganze Spiel beharkt. Es tut so weh …”

„Wo ist denn hier ein Krankenhaus? Ich war hier noch nie.”

Die Trainerin der gegnerischen Mannschaft war unserem Gespräch gefolgt und erklärte mir, wie wir fahren mussten. Sie entschuldigte sich für die übertriebene Härte ihrer Spielerin, während ich zügig Jessicas Klamotten in ihre Sporttasche stopfte. Einige Eltern kamen zur Bande, um ihre Hilfe anzubieten, aber ich lehnte dankend ab. Jessica war nur eins sechzig groß und wog vielleicht fünfzig Kilo. Ich schulterte ihre Tasche, hob Jessica vom Boden auf und trug sie vorsichtig zum Auto. Der Platzwart, der uns gefolgt war, half mir sie ins Auto zu bugsieren. Sie weinte nun nicht mehr, sondern fluchte wie ein Rohrspatz.

Ich fand das Krankenhaus aufgrund der genauen Beschreibungen der Trainerin ziemlich schnell. Für eine Stadt dieser Größe war erstaunlich viel Betrieb in der Notaufnahme. Trotzdem kamen wir schnell an die Reihe und Jessica wurde zum Röntgen weggekarrt. Ich ließ mich im Wartebereich nieder. Mir genau gegenüber saßen zwei vielleicht zwanzigjährige Mädels, eine davon hielt sich die Hand. Sie schien sich diese Verletzung beim Tennis zugezogen zu haben, da beide in kurzen Tennisröckchen paradierten.

Das sorgte doch für allerlei Kurzweil in der Wartezeit, denn natürlich schielte ich unter ihre Röckchen bei jeder sich bietenden Gelegenheit. Bei einer von ihnen zeichnete sich deutlich ihr süßes kleines Muschelchen am engen weißen Slip ab. Ich erstarrte ertappt, als ich ihre Augen auf mir fühlte, während meine sich an diesem unerwartetem Schauspiel weideten. Anstatt ihre Beine zu schließen oder gar überzuschlagen, rutschte sie fast nur angedeutet auf dem Stuhl herum, wobei sich der Stoff gar noch mehr über ihrem Geschlecht spannte. Fast enttäuscht sah ich sie dann zusammen mit ihrer Freundin in Richtung Behandlungsräume entschwinden.

Das Paar mit Kind, welches ihren Platz einnahm, ließ mich zu den langweiligen Illustrierten greifen, bis Jessica vom Röntgen zurückkam. Sie hatten ihr auch etwas gegen die Schmerzen gegeben, aber der volle Effekt hatte wohl noch nicht eingesetzt. Wenig später wurde sie wieder mit dem Rollstuhl abgeholt, und diesmal begleitete ich sie in das Behandlungszimmer, aus dem gerade die beiden Tennisspielerinnen traten, die Dunkelhaarige hatte ihre Hand nun in einer Manschette. Die andere warf mir noch ein feines Lächeln zu, bevor wir in das Zimmer eintraten.

Der Arzt machte einen hektischen Eindruck und rasselte seine Diagnose zum Schein der Röntgenaufnahmen herunter. Drei Mittelfußknochen waren gebrochen, ein weiterer hatte einen Haarriss. Noch dazu waren eine ganze Reihe Bänder in Mitleidenschaft gezogen worden, allerdings nur gedehnt und nicht gerissen. Er legte den Gips selbst an. Jessica war jetzt richtig deprimiert, als sie hörte, wie lange es dauern würde, bis sie wieder das Training aufnehmen konnte. Nachdem der Gips gehärtet war, wurde sie aus dem Krankenhaus entlassen. Ich fuhr bis zum Ausgang vor und half ihr in das stickige und heiße Innere meines Wagens, den ich in der Sonne hatte parken müssen.

„Schöne Scheiße. Tut mir echt leid für dich, Jess. Tut’s noch weh?”

„Nee, die Pillen wirken. Ich könnt echt heulen. Alles wegen dieser blöden Kuh. Die Saison kann ich abhaken, und die Landesauswahl auch.”

Mir fielen keine Entgegnungen zur Tröstung oder zumindest Beschwichtigung ein. Sie hatte natürlich recht. Der Bruch würde sie um einiges zurückwerfen. Schweißtropfen liefen mir von der Stirn. Mein alter Fiesta hatte keine Klimaanlage, und die Lüftung funktionierte auch schon länger nicht mehr. Ich kurbelte mein Fenster runter und der Fahrtwind sorgte ein wenig für Erfrischung, aber nur kurzzeitig, da wir auf die Autobahn fuhren und ich es daher wieder schließen musste.

Jessica lehnte sich zurück und schloss die Augen. Ich hielt auf dem Nachhauseweg noch kurz beim Chinesen, da wir beide nun doch langsam Hunger bekamen. Wir schafften es gerade noch rechtzeitig zum Beginn der Sportschau nach Hause. Jessica rührte ihr Essen aber kaum an. Während der Berichterstattung von der zweiten Liga brach sie in Tränen aus. Ich rückte näher an sie auf dem Sofa heran und nahm sie in den Arm, schaltete dann auch den Fernseher aus. Das war wohl keine so gute Idee gewesen.

Jessica wischte sich die Tränen aus ihrem Gesicht und buckte sich auf meiner Brust an. Nachdem sie sich etwas beruhigt hatte, entfernte sie sich wieder von mir und roch an ihrem Trikot, das sie noch immer trug.

„Ich ziehe mich jetzt um. Eigentlich brauche ich eine Dusche, aber ich hab Schiss, das ich mich in der Wanne auf die Klappe lege.”

„Ja, ich könnte auch eine Dusche vertragen.”

„Stimmt.”

„Sorry, es war heiß im Auto. Natürlich riecht mein liebes Schwesterlein nach Rosen, wenn sie schwitzt.”

„Sehr witzig. Du riechst aber nicht nur nach Schweiß, sondern auch irgendwie eigenartig süßlich.”

Das stimmte allerdings. Die Quelle dieses Geruchs war mir sehr wohl bekannt und war eine Nachwirkung der unverhofften Mini-Peep Show im Krankenhaus. Aber das konnte ich meiner kleinen Schwester schließlich nicht auf die Nase binden. Ich spürte, wie mir das Blut ins Gesicht schoss.

„Weiß nicht was du meinst. Egal. Ich lasse dir auf jeden Fall den Vortritt, wenn du doch duschen willst.”

„Ich trau mich nicht alleine. Mit diesen Scheiß Krücken komm ich auch noch nicht klar.”

„Wieso, du kannst dich doch zum Duschen in die Wanne setzen.”

„Hilfst du mir wenigstens rein?”

Huch. Ich schluckte. Meine Stimme klang seltsam fremd und belegt, als ich schließlich antwortete.

„Na, wenn es sein muss … was hatte der Arzt gesagt, ne Plastiktüte rumbinden oder was?”

„Ja. Hilfst du mir die Treppe rauf?”

Unsere Zimmer lagen wie das Bad im ersten Stock. Ich brachte sie zunächst in ihr Zimmer, wo sie sich frische Wäsche besorgte. Ehrlich gesagt war es mir schon unangenehm neben ihr stehen zu müssen, als sie nach neuer Unterwäsche in ihrer Kommode kramte. Unangenehm auch, weil ich eine eigenartige Spannung verspürte, die ich erst einmal nicht einordnen wollte. Ihr Handy bimmelte unten im Wohnzimmer. Ihre Sporttasche hatte sie nicht mit heraufgenommen.

„Das ist bestimmt jemand aus deiner Mannschaft. Soll ich es dir holen?”

„Nein. Ich kann jetzt nicht reden. Ich texte sie nachher an. Okay, ich hab alles.”

Sie drückte mir ihre Frischwäsche in die Hand und hakte sich wieder bei mir unter. Im Bad setzte sie sich auf die Toilette und begann ihr Trikot auszuziehen. Ich sah demonstrativ zur Seite. Aus den Augenwinkeln sah ich ihren Sport-BH auf den Boden fliegen.

„So, beim Rest musst du mir schon helfen.”

„Okay.”

Das ging allerdings nur mit Hingucken, so viel war klar. Also kurz den Kopf gedreht, jedes direkte Starren auf ihre Brüste vermeidend. Sie streckte ihre Arme aus, damit sie sie zum Aufstehen um meinen Hals schlingen konnte. Vorhin vom Sofa war das ganz normal gewesen. Jetzt aber wurde mir heiß und kalt. Vor allem, als sie sich aufgerichtet am Waschbecken abstützte und kurz mit ihrer freien Hand an ihrer Sporthose zerrte, dann aber schnell aufgab.

„So geht das nicht. Musst du schon machen.”

„Oh Mann.”

„Stell dich nicht so an. Ich wasche jeden Tag acht bis zehn Bewohner bei uns im Heim. Was ist denn dabei?”

Ich wollte etwas entgegnen, aber der Anblick ihrer wunderschönen wohlgeformten Brüste brachte mich wieder aus dem Konzept. Egal, Augen zu und durch. Ich zog ihr schnell die Hose runter und bemühte mich kniend, ihr beim Aussteigen zu helfen, was sich durch das Verfangen des Innenslips am Gips ein wenig hinzog.

„Okay, das war‘s.”

„Häh? Meinst du ich will im Slip duschen?”

Ja, insgesamt hatte ich gehofft, dass sie so etwas aus Rücksichtnahme tun würde. Na, dann eben nicht. Irgendwo regte sich in mir ein gewisser Trotz. Als verklemmt wollte ich nun vor Jess auch nicht dastehen. Trotzdem zitterten mir die Hände, als ich ihr den Slip herunterzog. Meine Augen entwickelten ein peinliches Eigenleben. Ich wollte schnell wegsehen, als sich ihr Geschlecht in mein Blickfeld schob. Meine Augen gehorchten mir nicht. Für endlose Sekunden starrte ich auf den glattrasierten Schamhügel meiner Schwester.

„Hey, aber hallo … so war das nun auch nicht gemeint.”

„Sorry, tut mir leid, ich wollte nicht …”

„Vergiss es, geschenkt. Konzentrier dich lieber auf das Ausziehen, ja? Ich stehe hier auf halb acht.”

Ich tat, wie mir geheißen war und bemühte mich krampfhaft, nicht auf ihr kleines Wonnemäuschen zu schauen. Wir hatten die Plastiktüte vergessen, also rannte ich noch mal schnell in die Küche runter, um eine zu besorgen. Nicht nur von der Anstrengung pochte mir das Blut in den Schläfen. Jessica hatte sich wieder auf dem Klo niedergelassen und sah mir gelassen zu, wie ich ihr Bein verpackte. Mein kleiner Fehltritt hatte in ihrem Verhalten keine wahrnehmbaren Spuren hinterlassen. Auch weiterhin machte sie sich nicht die geringste Mühe irgendeine Blöße zu bedecken. Ich glaubte sogar ein feines Lächeln zu erkennen, als ich ihr beim Aufstehen dann trotz aller guten Vorsätze auf ihre süßen kleinen Tittchen starrte. Dann hatte ich sie in die Badewanne bugsiert und war vorerst jedweder weiterer Aufgaben entledigt. Ich atmete innerlich auf.

„Ich warte dann in meinem Zimmer, bist du soweit bist. Schrei halt, wenn du fertig bist.”

„Okay. Und nochmal danke. Ich weiß nicht, wie ich das alleine hingekriegt hätte.”

Ich murmelte so etwas wie „keine Ursache”, und zog mich dann in mein Zimmer zurück. Alter Schwede, das war schon ein wirrer Tag. Erst wird mein kleines Schwesterchen zusammengetreten, dann kriege ich im Krankenhaus was fürs Auge, und jetzt das.

Ich hatte seit zwei Jahren keine Freundin mehr gehabt. In meinen jungen Teeniejahren war das noch anders – sie gaben sich sozusagen die Klinke in die Hand; die erste „feste Beziehung” dann erst im zweiten Lehrjahr, mit Daniela, in die ich echt schlimm verliebt gewesen war. Trotz der Rumgockelei als Halbwüchsiger war sie dann tatsächlich die erste Frau, mit der ich wirklich auch geschlafen hatte. Und die erste, die mir ordentlich das Herz brach.

Vor zwei Monaten hatte ich dann nach langer Durststrecke erstmals wieder auf einer Party nach reichlich genossenen Alkohols „landen” können. Mein erster und einziger One-Night-Stand. Das Schlimme war nur, dass ich mich nicht mal mehr an ihr Gesicht, geschweige denn an ihren Namen erinnern konnte. Ansonsten: Selbst ist der Mann. Gut, ich merkte an mir selbst, dass ich wohl langsam wieder auch andere Arten der Entspannung finden musste, partiell erklären konnte dies meine kleinen Augenausrutscher schon, entschuldigen vermutlich nicht.

Jessicas Ruf riss mich aus meinen Gedanken. Ich atmete unwillkürlich tief durch, bevor ich mich wieder aufmachte, um die Geschichte schnell und ordentlich zu Ende zu bringen. Das gelang mir diesmal deutlich besser; zuvor war ich sogar spürbar erregt gewesen, jetzt hielt ich mich an die Spielregeln und verarztete sie, so wie ich mir vorstellte, dass sie es täglich mit ihren alten Leuten tun musste: distanziert, aufmerksam, professionell, asexuell.

„Und jetzt? Auf dein Zimmer?”

„Nee, ich glaub ich krieg dann voll die Krise. Lass uns doch irgendwas im Fernsehen anschauen oder so. Wir haben ja nicht mal die Sportschau zu Ende geguckt. Nachher kommt ja noch Sportreportage. Oder wolltest du heute noch weg?”

„Eigentlich … egal. Okay, ich bring dich runter, aber dann muss ich auch erst mal duschen. Vergiss nicht, noch eine von den Pillen zu nehmen, der Doc hat gesagt, die nächste brauchst du um acht.”

„Ja Mutti.”

„Sehr witzig.”

Ich brachte sie zurück ins Wohnzimmer, holte ihr noch was zu trinken und überließ sie dann ihrer Texterei. Ich konnte schon gut verstehen, warum sie nicht direkt mit ihren Freundinnen oder ihrem Trainer sprechen wollte. Ich musste gleich nach der Dusche meinen Freund Hakan anrufen, eigentlich hatten wir uns erst zum Billiardspielen und anschließendem Umtrunk mit unserer Clique treffen wollen.

Hakan fuhr voll auf Jessica ab, das hatte er mir schon mal gesteckt. Wen wunderte es, sie sah wirklich klasse aus. Dass sie keinen Freund hatte, lag wohl an der Arbeit und dem Sport. Die ewige Schichterei, das viele Training und wenn sie dann doch mal wegging, meist mit Teilen der Mannschaft, also im männerabschreckenden Rudel. Auch ihr Freundeskreis hatte sich meines Wissens nach mehr und mehr auf Mädchen aus ihrer Mannschaft reduziert.

Ich duschte mich langsam und sorgfältig ab. In meinem Kopf schwirrten noch immer Bilder meiner nackten Schwester. Mein Schwanz reagierte mit launischer Schwellung. Für einen kurzen Moment dachte ich daran, mir einen runterzuholen, aber dann war die Idee doch zu seltsam, zumal die Quelle meiner Erregung mein achtzehnjähriges Schwesterchen war. Na, das ging nun gar nicht.

Beim Abtrocknen sah ich dann ihre Wäsche auf dem Boden liegen. Mechanisch öffnete ich den Rattankorb, um sie dort zu deponieren. Ihr Slip fiel oben auf und von einem seltsamen Zwang befangen fischte ich ihn wieder heraus und roch daran, um ihn dann schnell wieder wie eine heiße Kartoffel fallenzulassen. Mann, Mann, Mann, was war denn bloß mit mir los? So etwas war mir vorher noch nie in den Kopf gekommen. Vielleicht hätte ich lieber kalt duschen sollen.

Jessica hatte es sich auf dem Sofa bequem gemacht. Es liefen die letzten Minuten der Sportschau, aber sie schaute kaum hin, hackte stattdessen auf ihrem Handy rum.

„Habe ich was verpasst?”

„Nichts Besonderes. Hannover hat richtig auf die Mappe gekriegt, Schalke nur unentschieden. Gladbach hat gewonnen. Bayern spielt erst morgen. Ich kann auch kaum hinschauen. Bei jedem Foul könnte ich vor Selbstmitleid heulen.”

„Versteh ich. Kommt denn noch was Sinniges?”

Die Fernsehzeitung lag aufgeschlagen neben ihr auf dem Sofa. Ich ließ mich im Sessel nieder. Was Filme anging, hatten wir Gott sei Dank so ziemlich denselben Geschmack. Eigentlich nicht nur, was Filme anging.

„Nee, gar nichts. Es sei denn du willst zum hundertsten Mal James Bond oder ‚Stirb langsam‘ sehen.”

„Stirb langsam? Welcher Teil?”

„Weiß nicht, guck selbst.”

Sie warf mir im hohen Bogen die Fernsehzeitung zu. Sie hatte Recht, nichts Gescheites. Hakan hatte mir bei seinem letzten Besuch einen Stapel Raubkopien mitgebracht. Bislang hatte ich noch keinen davon angesehen.

„Ich hab noch ein paar neue Filme von Hakan. Vielleicht ist da ja was bei.”

„Von Hakan? Hmm. Weiß nicht. Der ist irgendwie komisch. Wie der mich immer ansieht …”

„Du gefällst ihm halt.”

„So? Sorry, nicht mein Typ. Kann er sich abschminken.”

„Und wie ist dein Typ? Ich habe nie noch einen deiner Freunde gesehen, glaube ich.”

„Kunststück. Egal, Typen wie Hakan jedenfalls nicht.”

Sie sah tatsächlich etwas verlegen aus. Wir unterbrachen das Gespräch, um uns alle Ergebnisse im Überblick und die Tabelle in Ruhe anzusehen. Ich brachte die Spindel mit Hakans Filmen anschließend aus meinem Zimmer. Von dort rief ich ihn auch kurz an, um ihm zu erklären, warum ich nicht mit ihm und anderen auf Tour gehen würde. Er schien da durchaus Verständnis zu haben, und beklagte sich, wie Scheiße es sei, dass sie von einer Frau gelegt wurde, der könne man ja nicht mal dafür aufs Maul geben. So war Hakan halt. Beim Auflegen fiel mir zu spät ein, dass ich ihn ja nach einer Empfehlung für einen seiner Filme hätte fragen können. Na ja, irgendwas würde schon dabei sein.

Typisch Hakan. Bestimmt zwanzig Filme, und nicht auf eine DVD hatte er den Titel geschrieben. So würde ich sie alle erst einmal in den DVD-Spieler schieben müssen, um rausfinden, was drauf war. Erster Versuch. Nach einer Minute Gemetzel war klar, dass es ein Horrorfilm war.

„Eh, mach den Scheiß aus. Da stehe ich nun gar nicht drauf.”

„Ich auch nicht wirklich. Auf ein Neues.”

Die nächste DVD verschwand im Player. Nach zwanzig Sekunden war auch hier klar, was das für ein Film war. Ich wurde puterrot und drückte zu meinem Entsetzen auch noch den falschen Knopf, Pause statt aus, was die Peinlichkeit einen Porno aufgelegt zu haben, noch in die Länge zog. Ich hörte Jessica hinter mir kichern.

„Auch nichts. Sorry, er jubelt immer mal so was mit rein.”

„Aha. Das sagt man denn so.”

Ja, daran hatte ich eigentlich vorher denken sollen. Mit fliegenden Fingern schob ich die nächste DVD in das Gerät. Hier ließ sich von den ersten Sekunden noch nichts absehen. Die alte DVD legte ich vorsichtig zur Seite. Guter alter Hakan, die würde ich mir halt hinterher in meinem Zimmer alleine zu Gemüte führen.

„Ich spul mal vor, bis wir den Titel sehen, vielleicht isses ja was Bekanntes.”

Volltreffer, das war eine neue Komödie mit Ricky Gervais, den wir beide gut fanden: „The invention of lying”. Schade nur, dass unser beider Englisch nicht genug war, um alles zu verstehen.

„Von dem habe ich schon gehört, soll klasse sein. Sieht auch so aus, als ob Untertitel dabei sind. Was meinst du?”

„Was zum Lachen, klar. Geheult habe ich heute schon genug. Haben wir noch Schnökerkram?”

„Nee, glaub nicht. Ich kann ja mal kurz zum Kiosk springen. Ich könnt auch ein Bier vertragen.”

„Ich auch. Du bist ein Schatz. Soll ich dir Geld geben?”

„Quatsch. Du mit deinen Paar Kröten. Irgendwas Bestimmtes?”

„Erdnuss-Flips. Eis. Ein Snickers. Ein Hefeweizen. Nee, besser zwei.”

„Na, du weißt ja was du willst.”

„Klar. Immer.”

Der Kiosk war am Ende unserer Straße und es machte mir nichts aus, dorthin im Jogginganzug zu gehen. Filmeabend mit Schwesterlein, warum auch nicht, für gewöhnlich war das sehr witzig. Selbst wenn wir mit unseren Eltern gemeinsam fernsahen, hatten wir immer viel zum Lachen, was auch und insbesondere an unserem Vater lag, der sogar einer Tagesschau gewisse komische Seiten abgewinnen konnte. In der Mini-Schlange am Kiosk musste ich über das Missgeschick mit Hakans Porno-DVD grinsen. Mittlerweile musste mich Jess sicher für Sexmaniker halten.

Der Film war wirklich klasse. Er spielte in einer Welt, in der noch niemand auf die Idee gekommen war zu lügen. Alles, was gesagt wurde, war Wahrheit. Natürlich gestalteten sich Beziehungen und Unterhaltungen ziemlich bizarr. Bis dann Ricky Gervais den Geistesblitz hatte, mal nicht die Wahrheit zu sagen, und dann wie ein Messias gefeiert wurde, weil ihm selbstredend alle glaubten, was er sagte. Wir lachten beide Tränen. Ich hatte mich mittlerweile mit bei ihr auf dem Sofa niedergelassen, auch damit wir beide an die Chips und Flips kommen konnten. Jessica haute richtig gut rein, ansonsten hielt sie sich immer extrem zurück, von wegen Figur und so, obwohl sie da nun wirklich keinen Anlass zu hatte und von unserem Vater für gewöhnlich dafür auch ordentlich aufgezogen wurde.

Ich machte mir zum Abspann das zweite Bier auf, Jessica hat ihr erstes nicht mal halb getrunken.

„Na, der war doch wohl spitze. Saugeil, echt.”

„Ja, stell dir mal vor, du fragst eine Frau nach einem Date, und sie sagt dir ganz genau, was sie von dir denkt, wie die da eben.”

„Wieso, glaubst du ich würde so schlecht bei wegkommen?”

„Nö … aber lustige Situationen gäbe es allemal.”

„Klar.”

„Was hältst du davon, wenn wir das machen?”

„Was machen?”

„Nur die Wahrheit sagen, ohne Rücksicht auf Verluste.”

„Wie jetzt, immer? Ich würde wahrscheinlich auch gefeuert werden, wenn ich meinem Chef erzähle, was ich von ihm halte.”

„Nee, nur hier, wir beide, jetzt.”

„Eh … machen wir das nicht sowieso?”

„Erzähl noch einen. Aber hallo.”

„Weiß nicht. Komische Idee.”

„Hast du Schiss?”

Sie kannte mich einfach zu gut. Also gut, wenn sie Spielchen spielen wollte, warum nicht.

„Von wegen. Aber woher weiß ich, dass du auch die Wahrheit sagst, und ich mich nicht alleine zum Affen mache?”

„Ich schwöre. Ehrenwort. Ich hab schon angefangen.”

„Na gut. Und wehe, ich erwische dich beim Lügen.”

„Gar nicht. Stell mir einfach eine peinliche Frage, und dann wirste ja sehen.”

„Peinliche Frage … gar nicht so einfach. Muss ich erst drüber nachdenken.”

„Ich denke, dass du einfach Schiss hast.”

„Okay … ja, ein bisschen schon, gebe ich zu. Du nicht?”

„Klar. Also, dann fang ich halt an. Stimmt das mit Hakan, findet der mich wirklich gut?”

„Ja, der fährt richtig auf dich ab. Du weißt doch wie er ist, er hat mich sogar schon um Erlaubnis gefragt. Na, das war jetzt aber nicht peinlich. Zumindest nicht für mich. Und was gefällt dir an ihm nicht?”

„Der zieht mich immer mit den Augen aus. Für den bin ich nur ein Stück Fleisch, oder?”

„Na, ganz so ist es wohl auch nicht … obwohl … ja, kann schon sein.”

„Und was haste ihm gesagt? Hast du ihm die ‚Erlaubnis‘ erteilt, großer Bruder?”

„Ich hab ihm gesagt, ich glaube nicht, dass er eine Chance hat, aber mir wäre es egal.”

„Und das stimmt?”

„Ja, das habe ich so gesagt.”

„Nein, das meine ich nicht. Ich meine, stimmt das, dass es dir egal wäre?”

„Ich weiß nicht. Nee, eigentlich wohl nicht. Hakan ist okay, aber du hast was Besseres verdient.”

„Ja, finde ich auch.”

Wir kicherten beide. Nun kam sie langsam in Fahrt.

„Gibt er dir denn öfter so hübsche ‚Romanzenfilme‘?”

„Ja.”

„Und du schaust sie an und holst dir einen runter?”

Miststück. Na warte, das würde ich ihr schon heimzahlen.

„Ja. Jetzt wird’s aber persönlich hier.”

„Ja, jetzt wird es richtig interessant. Hast du Angst, mir solche Fragen zu stellen?”

„Na klar, aber ich mache es trotzdem: Schaust du dir sowas auch an?”

„Nein. Wir haben mal einen bei Bettinas Eltern gefunden, aber nach ein paar Minuten wieder ausgemacht, war zu lächerlich.”

„Aber mit dir selber spielen tust du auch?”

„Was glaubst du denn, schließlich bin ich eine Frau.”

Mein Lächeln gefror ein wenig, als sich wieder ein Bild von vorhin vor mein geistiges Auge schob. Verflucht, sie spürte etwas. Scheiß Spiel.

„Woran denkst du jetzt?”

„Oh … äh … an vorhin.”

„Ans Duschen?”

„Ja.”

„Meinen Körper?”

„Und wenn? Mann, das ist jetzt langsam nicht mehr so lustig.”

„Meinst du, mir fällt das leicht, sowas zu fragen? Kannst mir ruhig in die Augen gucken. Okay, vielleicht ist das jetzt nicht so witzig, aber vielleicht wichtig, dass man sowas mal ehrlich bespricht?”

„Ich weiß nicht. Mir war es echt peinlich.”

„Warum? Weil du mich nackt gesehen hast?”

„Nee. Oder doch. Mehr … weil … ich es aufregend fand.”

„Ich glaube, das ist völlig normal. Du warst halt auch nicht drauf gefasst.”

„Stimmt. Als ich da plötzlich … egal.”

„Nee, sag doch.”

„Ich weiß nicht, ob ich noch weiterspielen will.”

„Wieso? Glaubst du, ich würde das irgendjemanden erzählen? Schätzt du mich so ein?”

„Nein, eigentlich nicht. Ich hätte dich aber auch nicht so eingeschätzt, dass du mir solche Fragen stellen würdest.”

„Ich bin halt neugierig. Also … als du da plötzlich, plötzlich was?”

„Wie? Ach so. Na … deine … deine Vagina da sah …”

„Meine Vagina? Aber Herr Doktor! Wie nennst du das, wenn du mit deinen Freunden drüber sprichst?”

„Tsss, du willst aber wirklich alles wissen. Na, Muschi, oder was weiß ich.”

„Muschi. Hihi, klingt irgendwie lächerlich.”

„Stimmt. Was sagt ihr zu unseren Teilen?”

„Schwanz. Pimmel. Das übliche.”

„Okay.”

„Also, als du meine Muschi sahst?”

„Na den Rest weißt du doch. Ich konnte gar nicht wegsehen. Warum bist du rasiert?”

„Ich mag das so. Sieht besser aus, fühlt sich auch besser an. Macht doch fast jede, die ich kenne. Daniela nicht?”

„Nein. Hat sich da nur gestutzt, glaube ich.”

„Glaubst du? Das merkt man doch wohl.”

„Na, drüber gesprochen haben wir nicht. Und so viele Vergleichsmöglichkeiten hab ich da auch nicht.”

„Du meinst … außer Daniela warst du noch nicht mit vielen Frauen zusammen?”

„Richtig im Bett? Nur noch mit einer anderen.”

„Echt? Du hattest doch so viele Freundinnen.”

„Na und? Ich geh halt nicht mit jeder ins Bett.”

„Mit anderen Worten: Die haben dich noch nicht rangelassen?”

„Na komm, da war ich auch noch jünger. Und was ist mit dir? Warum sehe ich dich nicht mit Jungens?”

„Ganz einfach: Ich stehe nicht auf Jungen.”

„Was? Bist du … magst du Mädchen?”

„Nee. Vielleicht. Probieren würd ich das auch schon mal gern. Aber nee, ich steh auf Männer. Und die in meinem Alter sind halt Jungen.”

„Ach so. Aber … du hast schon mal mit jemanden geschlafen?”

„Ja. Mit einem Kollegen. Der ist jetzt aber nicht mehr da. War auch zu kompliziert. Er war verheiratet.”

Huch. Mit so etwas hatte ich nun gar nicht gerechnet. Das Spiel hatte längst aufgehört, ein Spiel zu sein, aber es war echt eine Offenbarung.

„Was denkst du gerade?”

„Das wir doch ziemlich wenig voneinander wissen, und uns diese Sachen vermutlich nie erzählt hätten.”

„Stimmt. Frag mich ruhig was, was du wissen möchtest. Ich finde es auch toll, dass wir so offen sein können.”

„Willst du denn nicht einen festen Freund? Kann ja auch älter sein.”

„Ja und nein. Ich hab die Zeit gar nicht. Na, scheiße, jetzt wohl schon.”

„Tut mir echt so leid für dich. Aber du rappelst dich auch schnell wieder. So schätze ich dich zumindest ein.”

„Hast recht. Weißt du, wenn ich spiele, dann hört alles andere auf zu existieren, da ist nur noch der Ball, und das Tor, und die Lust drauf … und dieses Gefühl, alles gelingt … ganz von selbst.”

„So hab ich das nie erlebt, aber ich war auch nicht so gut wie du.”

„Komm, du warst auch gut.”

„Nee, nicht so wie du. Ehrlich, du bist ein Riesentalent, und dieser kleine Rückschlag wird auch nichts daran ändern. Ich … das klingt jetzt sicher lächerlich, aber ich bin echt stolz auf dich, dass du meine Schwester bist und so.”

„Das klingt überhaupt nicht lächerlich. Das ist echt süß.”

Sie wischte sich eine kleine Träne aus dem Augenwinkel und drehte sich mühsam auf dem Sofa, um mich zu umarmen. Es dauerte eine Weile, bis wir uns voneinander lösten.

„Und ich bin echt froh, einen Bruder wie dich zu haben. Ganz im Ernst.”

„Danke.”

„Vor allem, da ich jetzt aufs Klo muss. Hilfst du mir?”

„Na, irgendwann musst du aber auch lernen, mit den Krücken zu laufen.”

„Irgendwann ja. Heute nicht. Ich bin auch schon leicht angeheitert.”

„Was, von dem halben Weizen?”

„Wann trinke ich denn schon mal was? Und gegessen hab ich auch kaum was. Stimmt schon. Und auf die Blase drückt es auch.”

„Na gut. Aber nur, weil du so eine klasse Schwester bist.”

Wir hatten unten eine Toilette, also würde uns diesmal zumindest das Treppensteigen erspart bleiben. Ich brachte sie bis vor die Kloschüssel.

„Aber pinkeln kannst du alleine?”

„Pinkeln ja. Aber du kannst mir nochmal die Hose runterziehen.”

„Okay.”

Ich hatte ja beim Anziehen auch schon besser ausgesehen, also hatte ich nicht so die Bedenken. Das Gespräch hatte mich auch allgemein gelockert. Mit einer raschen Bewegung zog ich ihr die Trainingshose und den darunterliegenden Slip herunter.

„Sag dann, wenn du fertig bist.”

„Bleib doch hier. Das geht ganz schnell. Mich stört es nicht.”

„Mir ist es immer noch etwas peinlich.”

„Ach, was glaubst du, was ich im Heim alles erlebe.”

Das Plätschern im Becken klang nach einem kleinen Wasserfall.

„Puh, das war höchste Eisenbahn. Fertig.”

Sie wischte sich schnell ab und zog die Spülung. Da es auf dieser Toilette gar keine Stütze gab, bot ich ihr wieder meinen Hals zum klammern und aufstehen an.

„Okay, und jetzt kannst du mich wieder anziehen. Es sei denn …”

„… es sei denn was?”

„Würdest du gerne länger meine Muschi betrachten?”

„Was? Nein.”

„Und das ist die Wahrheit?”

Nein, das war nicht die Wahrheit. Das wurde mir langsam auch klar.

„Ehrlich? Ja, vielleicht. Aber das ist … du bist meine Schwester, Gottverdammt.”

„War nur ein Angebot. Mir macht es nichts. Im Gegenteil. Du stellst zu wenige Fragen.”

„Was für Fragen?”

„Beispielsweise, ob es mir gefallen hat, als du da so weggetreten vor mir gekniet hast.”

„Du meinst …”

„Ja, ich fand das irgendwie schon aufregend. Schockiert dich das? Dich hat es doch auch erregt, oder?”

„Hab ich doch gesagt.”

„Du bist auch jetzt erregt, nicht wahr?”

Na, um das herauszufinden brauchte sie meine Bestätigung nicht. Die sichtbare Beule in meiner Jogginghose sprach eine deutliche Sprache.

„Ja.”

„Cool. Aber du hast Schiss, dass wir hier was Falsches tun, oder?”

„Du nicht?”

„Noch haben wir nichts getan, für das wir uns schämen müssten. Aber ich sehe, du hast echt mehr Probleme damit. Ich will dich nicht zu irgendwas verführen.”

„Das klingt, als ob ich feige wär oder was.”

„So mein ich das aber nicht. Komm, zieh mich wieder an. Aber lass dir ruhig ein bisschen Zeit. Du hast meine Erlaubnis, dir diesmal alles genau anzuschauen. Okay?”

„Du bist echt die Härteste, Jess. So hätte ich dich echt niemals eingeschätzt.”

Ich nahm ihre Einladung an, kniete vor ihr nieder und zog ganz, ganz langsam ihren Schlüpfer nach oben, während ich nun unglaublich erregt auf ihr Geschlecht starrte. Sie sah mich mit einem Ausdruck purer Faszination dabei an. Dennoch war mir die ganze Sache alles andere als geheuer, also riss ich mich nach kurzer Zeit doch aus der Trance, in die sich mich dort versetzt hatte und kleidete sie wieder vollständig an. Sie kicherte wie ein kleines Mädchen.

„Markus hat’n Ständer!”

„Deine Schuld, nicht meine.”

„Kann ich ihn auch mal kurz sehen?”

„Klasse, spielen wir jetzt du zeigst mir deins, ich zeig dir meins?”

„Genau. Warum haben wir das als Kinder eigentlich nie gemacht?”

„Keine Ahnung. Weil wir Geschwister sind vielleicht?”

„Egal. Zeigst du ihn mir jetzt oder nicht?”

„Aber nur kurz.”

„Na, so kurz sieht er aber gar nicht aus. Raus damit.”

Ich seufzte theatralisch und zog dann kurzerhand meine Jogginghose runter.

„Da, zufrieden?”

„Oh ja. Schön gewachsen. Klasse Schwanz. Cool.”

„Reicht das?”

„Für den Moment schon. Danke schön. Du bist echt lieb.”

Zum zweiten Mal an diesem Tag murmelte ich mein „keine Ursache”, und geleitete sie zurück ins Wohnzimmer. Meine Latte hielt noch einige Minuten an, auch weil mir ihr Satz „für den Moment schon” noch während der ganzen folgenden Aktion des Aussuchens eines neuen Films im Kopf rumspukte.

Hakan hatte es wirklich gut gemeint, fast ein Drittel der Filme waren irgendwelche Pornos, was uns diesmal allerdings zu fröhlichem Lachen brachte, anstatt peinlich zu sein. Wir fanden dann noch eine weitere Komödie, aber sie war längst nicht so gut, wie der Ricky Gervais-Film. Am Ende war Jessica auch kuschelnd an meiner Brust eingenickt, kein Wunder, sie hatte ja auch Frühschicht gehabt und einen ziemlich anstrengenden und aufregenden Tag hinter sich gebracht.

Sie sah wirklich niedlich aus in ihrem Schlaf, fast kindlich und mir wurde klar, dass ich sie so auch eingeschätzt hatte. Dass sie sich selbst als Frau betrachtete und in vielerlei Hinsicht auch schon war, war eine Entwicklung, die mir schlichtweg entgangen war. So angenehm es auch war, sie auf mir ruhen zu lassen, auch bei mir meldete die Natur ihre Forderungen an, also musste ich sie wohl oder übel wecken, bereit, sie notfalls auch in ihr Zimmer zu tragen. Ich versuchte sie sanft wachzurütteln.

„Was … oh, bin ich eingepennt?”

„Ja. Und jetzt muss ich mal.”

Sie richtete sich auf und räkelte sich.

„Und wie ging der Film aus?”

„Wie zu erwarten war – sie kriegen sich am Ende. Hast aber nicht viel verpasst. So gut war er nicht. Bin gleich wieder da.”

Bei meiner Rückkehr saß sie wieder aufrecht auf dem Sofa und schaute sich Antworten auf ihre SMS-Nachricht an. Alle Gelöstheit war entschwunden und sie sah wiederum sehr traurig aus. Ich setzte mich zu ihr und knuffte sie leicht an den Oberarm.

„Komm, Sportsfrau, lass dich von der Geschichte nicht runterziehen. Ich bring dich nach oben, wenn du jetzt ins Bett willst.”

„Nö, lass man, ich bin wieder wach. So spät ist es doch noch gar nicht.”

Sie kniff die Augen ein wenig zusammen, um die kleine Uhr auf dem Sideboard neben dem Wohnzimmerschrank zu erkennen, da sie ihr Handy wieder weggelegt hatte. Sie war schon ein wenig kurzsichtig, aber weigerte sich standhaft, zum Augenarzt zu gehen.

„Erst halb elf.”

„Siehste, und ich kann morgen ausschlafen. Ich muss erst nächsten Dienstag in die … ach Quatsch, kann ich ja gar nicht, ich bin ja krankgeschrieben.”

„Eben. Ein paar Wochen müssen sie da wohl ohne dich zurechtkommen. Tut es eigentlich noch weh?”

„Nicht besonders, es zieht etwas, aber schlimmer ist das Jucken unter dem Gips.”
„Na, sorry, da kann ich dir auch nicht helfen.”

„Ich werde es überleben. Und was jetzt? Noch‘n Film?”

„Meinetwegen. Aber nicht noch so’n Schinken wie das letzte Teil.”

„Worauf hast du denn Lust? Einen von Hakans speziellen Empfehlungen?”

„Er hat nicht … oh, jetzt verstehe ich erst was du meinst. Na klasse, soweit kommt’s noch.”

Ihr Grinsen hatte etwas Spitzbübisches.

„Wieso, du hast doch gesagt, du schaust dir sowas an?”

„Ja. Alleine. Wenn mir danach ist.”

„Ich bin aber neugierig. Vielleicht war ja der bei Bettina einfach nur schlecht. Leg doch mal einen auf.”

„Nee, komm, das bringe ich nicht.”

„Warum jetzt nicht? Weil du geil werden würdest und einen hochkriegst? Das warst du doch vorhin auch.”

Ich schluckte und versuchte mich erst einmal zu sammeln. Durch meinen Kopf schwirrten die merkwürdigsten Gedanken.

„Was denkst du jetzt?”

„Wirres Zeug. Spielen wir immer noch das Wahrheitsspiel?”
„Sicher, wenn du willst.”

„Okay, Schwesterchen, dann mal raus damit: Was soll das? Warum versuchst du mich in diese komischen Situationen zu manövrieren?”

Sie setzte zum Sprechen an, brach dann aber gleich wieder ab.

„Ganz ehrlich … ich weiß es nicht genau. Ich finde es toll, dass wir so … ungezwungen und ehrlich miteinander umgegangen sind.”

Sie pausierte und schien in sich hineinzuhorchen.

„Und irgendwie will ich, dass das noch nicht aufhört. Weißt du … ich vertraue dir. Ich kann so sein, wie ich bin. Wie soll ich das jetzt sagen … wenn ich ganz ehrlich bin … ich habe so viel überschüssige Energie … und mit dir … hätte ich keine Angst …”

Sie stockte nun und sah mir direkt in die Augen.

„Verstehst du?”

Das tat ich nicht wirklich. Irgendetwas hielt mich aber davon zurück, nachzufragen.

„Glaub schon. Okay. Auf deine Verantwortung. Und du suchst den Film aus.”

„Wie soll ich das denn machen? Zum einen kenne ich mich damit überhaupt nicht aus und dann wissen wir doch wohl beide nicht, was da auf den DVDs ist, oder?”

„Hm … hast Recht.”

„Hast du denn welche, die du schon gesehen hast und gut findest?”

„Natürlich.”

„Dann lass es uns doch so machen: Du suchst einen aus, von dem du glaubst, ich könnte ihn gut finden.”

„Ach, jetzt spielst du mir den Ball wieder zu, oder was?”

„Na endlich hast du’s kapiert. Wir können ja einen Doppelpass draus machen.”

„Häh? Muss ich das jetzt verstehen?”

„Nee. Los, ab. Geh.”

Im Gegensatz zu Hakan hatte ich meine Sammlung komplett beschriftet. Auch wenn ich ob meiner Mutters Neigung, Sachen wegzuräumen und in meinem Zimmer für Ordnung zu sorgen, diese unter wilden Kürzeln verbarg. So, was würde sie jetzt gut finden? Sie sagte Mädchen würden sie eventuell auch interessieren. Also was mit etwas lesbischen Sex. Kein Problem. Tonnen dieser Art. Und Männer sagte sie. Vielleicht irgendwas mit Teenies und etwas älteren Typen? Hm, sah sie mich eigentlich als Mann an? Ich war schließlich auch nur vier Jahre älter. Müsste ich noch mal nachfragen, später vielleicht. Der wer doch was … Oder diesen hier? Ich nehme einfach mal beide mit. Ach Quatsch, gleich die ganze Spindel, wenn sie diese Art nicht mag, brauche ich nicht noch mal rauflaufen.

Sie kicherte, als ich mit meiner kompletten Sammlung anrückte.

„Richtest du dich auf eine lange Nacht ein?”

„Nee, auf eine Schwester, die eben nicht weiß, was sie will.”

„Die weiß es aber genau. Deine Aufgabe ist es, das herauszufinden.”

Ich wollte mich gerade in der anderen Sofaecke niederlassen, aber ihr spöttischer Blick war so herausfordernd, dass ich mich wieder dicht neben sie setzte, obwohl mir nicht ganz wohl dabei war.

„Und hat der jetzt eine Handlung, oder … oh …”

Ihre Frage war postwendend beantwortet worden. Der Film begann mit einer lesbischen Szene zweier Mädels, die wohl genau in ihrer Altersklasse waren. Ich hatte ihn schon sehr oft gesehen, war aber selten über diese Szene hinausgekommen. Prompt meldete sich auch mein bestes Stück mit anschwellender Deutlichkeit. Ich beobachtete sie aus meinen Augenwinkeln. Sie kuschelte sich an meine Schulter und sah sich das Ganze aufmerksam an, zuckte ein wenig mit den Mundwinkeln, wenn die Sprüche ein wenig derber und künstlicher wurden.

„Der okay soweit?”

„Weiß nicht. Die Sprüche sind ein wenig irritierend. Meinst du, Leute unterhalten sich wirklich so im Bett?”

„Kann sein, irgendwoher müssen sie es doch haben.”

„Hat Daniela auch so’n Zeug gelabert?”

„Nee, natürlich nicht. Aber von der Handlung stimmt’s?”

„Weil ich vorhin gesagt habe, Frauen würden mich vielleicht auch interessieren? Weiß nicht … schon interessant anzusehen, aber erregen tut mich das nicht besonders.”

„Ich kann ja vorspulen.”

„Dir scheint es doch sehr gut zu gefallen.”

„Es soll dir doch gefallen.”

„Mir gefällt es, dass du erregt bist. Lass ihn einfach laufen. Oder ist der ganze Film so?”

„Nee. Danach geht es ganz normal weiter.”

Ihre Nähe verwirrte mich mehr und mehr. Warum gefiel ihr meine Erregung? Mir war es immer noch etwas unangenehm, zu eigenartig, bizarr gar war die ganze Situation. Sie beugte sich mühsam nach vorne und holte die angefangene Flipstüte aufs Sofa.

„Oder ist das jetzt ein Stilbruch? Isst man beim Porno nicht?”

„Weiß nicht. Eher nicht. Für gewöhnlich … macht man andere Dinge.”

„Ah, klar. Mach ruhig, wenn du willst.”

Fassungslos sah ich sie an.

„Das ist doch wohl nicht dein Ernst.”

Sie errötete leicht und griff ein letztes Mal hastig in die Flipstüte, bevor sie sie wieder auf den Tisch warf. Ihre Stimme war plötzlich sehr leise, aber bestimmt.

„Das ist mein voller Ernst.”

„Komm hör auf, jetzt gehst du echt zu weit. Das geht gar nicht.”

„Ich habe Heiner auch beim Wichsen zugesehen und er mir.”

„Heiner? War das dein Kollege?”

„Ja. Wenn wir beide schon zu wund zum bumsen waren …”

„Oh.”

„Kennst du das nicht? Habt ihr sowas mit Daniela nicht gemacht?”

„Nee, eigentlich nicht. Davon mal ganz ab, das war dein Freund, Liebhaber, was auch immer. Ich bin dein Bruder.”

„Ja. Du bist mein Bruder. Mein großer Bruder mit ‘nem ordentlichem Ständer. Erst ist doch richtig hart jetzt, oder?”

War er, keine Frage. Zugegebenermaßen war der Film nicht mehr dafür verantwortlich, sondern dieses Gespräch.

„Und? Das können wir nicht bringen, das geht echt zu weit.”

„Und wenn ich das will? Oder willst du lieber, dass ich Hand anlege?”

„Bist du bescheuert? Hey!”

Sie strich mir über die Hose und fasste ohne zu zögern um meinen nun fast schmerzhaft hartes Glied. Ich griff nach ihrem Handgelenk. Aber ihr Blick ließ mich erstarren. Das war keine Spielerei, keine Aufzieherei. Sie meinte es ernst.

„Jessica, bitte …”

„Du willst es doch auch. Komm, ehrlich, sag es mir.”

„Das geht doch nicht.”

„Die Wahrheit.”

In Wahrheit war ich einfach überwältigt. Und namenlos erregt. Ich hielt ihr Handgelenk, aber ich zog ihre Hand auch nicht weg.

„Wir können das nicht tun. Wir sind Geschwister. Das ist doch auch schon Sex.”
Als Antwort küsste sie mich auf den Mund, wild, leidenschaftlich, drängte ihre Zunge zwischen meine Lippen, während ihre Hand meinen Schwanz noch kräftiger bearbeitete. Im Hintergrund kam eine der Darstellerinnen mit lauten Gestöhne, schwappte die Lust wie zähes, heißes Öl über mir zusammen.

Es war, es würde mein Geist verblüfft zusehen, wie mein Körper reagierte und auf ihren Kuss einstieg, meine sinnlos an ihr Handgelenk geklammerte rechte Hand plötzlich losließ und wie automatisch auf ihre kleine Brüsten losging, dann tiefer wanderte; zwischen ihren sich bereitwillig öffnenden Schenkeln rieb. Ihre Hand ließ unvermittelt los, strich höher und drang unter dem Elastikband meiner Hose ein. Ihr Mund ließ nicht locker, gab mir keine Atempause, als befürchtete sie, das Ersticken meiner Bedenken würde damit beendet werden. Ihr rechtes Bein rutschte plötzlich vom Sofa und der gegipste Fuß schlug mit einem dumpfen Rums auf dem Holzfußboden auf.

Es war wie ein Wecksignal. Der rauschhafte Vorhang der Leidenschaft riss mitten durch und wir lösten uns voneinander. Besorgt blickte ich sie an, denn ihr Ausdruck schien von Schmerzen zu künden.

„Scheiße, alles okay? Hast du dir wehgetan?”

„Nein … ja … ein bisschen. So ist das auch nicht bequem.”

„Vielleicht war das auch gut so … lass uns doch erst mal zur Besinnung kommen … ich meine …”

„Ich will jetzt aber nicht zur Besinnung kommen. Ich will dich. Ich will dich. Ich will dich.”

„Jess, stop … bitte … lass uns …”

Wiederum erstickte sie meine Proteste mit einem leidenschaftlichen Kuss. Ihre Hand war auch alles andere als untätig. Ich war kurz vorm Kommen, keine Frage. Sie schien das zu spüren, denn sie bearbeitete mein bestes Stück nun immer wilder und rauer, wie entfesselt. Wir küssten uns immer noch, als sich all die aufgespannte Spannung in einem nicht enden wollenden Erguss entlud, mir über meinen halb frei gelegten Bauch und mein Sweatshirt klatschte. Sie gab mir ein wenig Zeit, diesen Moment zu genießen, dann ergriff sie meine Hand und führte diese in ihre Hose, forderte nun ihre Bedürfnisse ein. Ihre Trainingshose war aber deutlich enger und der Winkel war schlecht. Ein kurzer Laut der Frustration; dann löste sie doch ihre Lippen von meinen.

„So geht es nicht.”

Jessica versuchte ihr Becken anzuheben, um sich die Hose herunterzuziehen, aber der eingegipste Fuß rutsche ihr auf dem Holzfußboden weg.

„Verflucht … hilf mir doch mal.”

Das klang verzweifelt und dringlich, von einem bebenden und zitternden Körper untermalt, dass in diesem Moment bei mir jedwede Zurückhaltung und Gedanke an mich oder an Richtig und Falsch verschwand. Ich zog ihr die Hose schnell herunter, dann ihren Slip, rieb atemlos an ihrer feuchten Spalte. Sie stöhnte leise und versuchte mich zu umarmen, aber noch immer war diese Stellung zu unbequem und außerdem war dies etwas, was ich zuvor nur selten probiert hatte, weil Daniela mit meiner Handarbeit nie wirklich zurechtkam. Also kletterte ich stattdessen vom Sofa, zog ihre Hose und Höschen über ihre Füße, öffnete ihre Schenkel weit und presste mein Gesicht an ihr nasses Geschlecht.

„Oh ja!”

Ihre Begeisterung über meine Initiative war ansteckend, ihr Duft und der Geschmack ihrer Weiblichkeit berauschend. Meine Zunge glitt über ihren sehr kleinen Schamlippen, suchte und fand ihren noch nicht stark geschwollenen Kitzler. Ich umkreiste ihn, transportierte mehr Feuchtigkeit von unten herauf, während sie lauter und lauter stöhnte und wimmerte. Sie hatte die Augen weit aufgerissen und ihr Gesicht war stark gerötet, schien ein „Ja” zu hauchen, als ich nun direkt an ihrem Wonnepunkt züngelte. Ihre Hände entließen die Sofakissen, an die sie sich gekrallt hatte und fuhren stattdessen durch mein Haar, auch hier synchron mit ihrem bebenden Körper zupackend und krallend.

Ihre Laute mischten sich immer wieder mit einem nun nicht mehr gehauchten Ja, sie schrie es fast heraus, als ich sie mit wilden und schnellen Lecken ihrem Höhepunkt entgegentrieb. Und obwohl es den Anschein hatte, dass sie ständig dicht davor war, dauerte es noch eine ganze Weile, bis auch sie sich verspannte, ein gurgelndes Geräusch von sich gab und ihrem Kopf mit offenem Mund nach hinten gegen die Sofalehne drückte. Ich wollte noch etwas weiter lecken, aber sie zog mich an den Haaren leicht zurück und schloss ihre Schenkel um meinen Kopf.

In diesem Moment konnte ich mich auch keinen schöneren Ort auf dieser Welt vorstellen. Daher war das erneute Öffnen ihre Beine fast eine Enttäuschung, Ernüchterung. Bis ich dann in ihre Augen sah. Und begriff. Endlich begriff ich, dass so zufällig, wie sich all dies heute ergeben hatte, es dennoch die Verwirklichung eines vorher lang gehegten Wunsches von ihr gewesen war. Das war ein Schock, der mich frösteln ließ.

Dennoch gesellte ich mich wieder zu ihr aufs Sofa, hielt sie eng umschlungen, küsste sie, streichelte sie, drückte sie an mich. Wusste auch, dass ich auch noch ihren weiteren Wunsch erfüllen würde. Ich stützte mich auf meinen Ellbogen und streichelte ihr zärtlich das Gesicht. Sie hatte die Augen geschlossen. Es war jetzt sehr still im Haus, der Film, von dem wir eh nichts mehr mitbekommen hatten, war längst zu Ende.

„Ich bring dich jetzt nach oben.”

Zögernd öffnete sie ihre Augen. Ich sah ihre unausgesprochene Frage und nickte. Sie richtete sich etwas auf und küsste mich. Ich trug sie die Treppe herauf, in mein Zimmer, legte sie vorsichtig auf meinem Bett ab und zog mich aus. Auch sie entledigte sich ihres Tops und BHs, räkelte sich dann vor mir, bot mir ihren unfassbar schönen Körper dar. Ich dimmte das Licht etwas herunter und legte mich zu ihr, spürte ihre nackte Haut, mit dem Gips als einzigen Fremdkörper, als seltsam entfernte Erinnerung, dass vor einem halben Tag alles noch ganz anders gewesen war.

Eine Erinnerung, die unter dem Eindruck der nun langsam wieder einsetzenden Erregung zusehends verblasste, von der Fülle der überwältigenden Empfindungen verdrängt wurde. Unsere Küsse wurden rasch leidenschaftlicher, unser Körper rieben und drängten gegeneinander, ächzten mit jeder Pore nach der Vereinigung, steigerten jeden Moment des noch nicht ins Unerträgliche. Ich rollte auf sie; sie öffnete sich sofort für mich, schaute in ihr erwartungsvolles Gesicht und drang leicht und mühelos in sie ein. Sie stöhnte leise und streichelte mein Haar, als ich mich langsam zu bewegen begann, sah mir unablässig ins Gesicht. Meine Bewegungen waren so langsam und vorsichtig, wie Daniela es geschätzt hatte, aber Jessica lächelte plötzlich verschmitzt.

„Komm, lass dich ruhig mal richtig gehen, ich mag es schnell und hart.”

Das hätte ich mir eigentlich auch denken können und ich folgte ihrer Aufforderung prompt und mit wachsender Begeisterung.

„Ja … genau so … sagenhaft … oh ja … stoß richtig zu … ja.”

Dieser letzten verbalen Aufforderung hätte es eigentlich gar nicht bedurft, zumal unser wildes Gerammel jeden Feldhasen blass aussehen gelassen hätte, von kurzen Momenten des Bremsetretens, um ein vorzeitiges Ende zu vermeiden, einmal abgesehen. Wir hatten unseren Rhythmus gefunden, sogar unser Stöhnen synchronisierte sich nach einiger Zeit; ebenso einträchtig arbeiteten wir uns dem Höhepunkt entgegen und ich wäre vermutlich fast zeitgleich mit ihr gekommen, hätte sie mir nicht bei ihrem schmerzhaft in den Rücken gekrallt. Mit fasziniertem Blick sog sie jeden Augenblick meines Nachfolgens ein, malte sich ein glückliches Lächeln auf ihr wunderschönes, gerötetes und leicht verschwitztes Gesicht, als dann auch ich endlich kam.

Ich blieb noch lange auf ihr liegen, zog meinen erschlaffenden Schwanz nicht zurück, küsste und liebkoste sie. Es war sehr still; wir sprachen in dieser Nacht nicht mehr miteinander, sondern entschlummerten engumschlungen vielleicht eine Stunde später.

Jessica ließ mir auch am nächsten Morgen wenig Zeit zur Reflektion. Ich erwachte mit wohligen Schauern, mein knüppelharter Schwanz befand sich bereits in ihrem fleißigen Mund. So war ich noch nie geweckt worden, aber wurde augenblicklich Fan dieser vorzüglichen Methode. Auch ihre Reitkünste in der Folge waren exquisit. Zum frühstücken kamen wir erst gegen Mittag.

Erst am frühen Nachmittag fingen wir dann an, uns über das Geschehene zu unterhalten. Sie gestand mir, dass sie seit langer Zeit sexuelle Fantasien über mich gehabt hatte, aber es wohl nie gewagt hätte, sich mir in dieser Weise zu nähern. Sie zeigte mir auf ihrem Handy ein Bild von Heiner. Er sah mir erstaunlich ähnlich. Bis zur Rückkehr meiner Eltern am Abend des folgenden Dienstag verbrachten wir fast jede Minute im Bett. Ich rief bei der Arbeit an und meldete mich krank. Erst am Mittwoch ging ich wieder arbeiten und kehrte damit sozusagen in die Realität zurück.

Das ist nun ein halbes Jahr her. Jessica hat vor drei Wochen das Training wieder aufgenommen und kommt gut zurecht. Wir sind noch immer ein Paar, auch wenn wir wegen meiner Eltern sehr vorsichtig sind und uns nur selten zu Hause lieben; eigentlich nur, wenn es gar nicht mehr aushalten können. Ansonsten gab uns der schöne Sommer genug Gelegenheit, uns draußen zu vergnügen.

Ich habe diese Geschichte zum Anlass für meinen eigentlich längst überfälligen Auszug genommen, der in zwei Wochen erfolgen wird. Wie es weitergehen wird, weiß ich nicht. Eines aber ist klar: Auch wenn wir unser Verhältnis geheim halten müssen und andere belügen, alles, was wir uns sagen und unsere Liebe ist wahr.

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